Deutsches Rotes Kreuz der DDR

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Allgemeines

Das Deutsche Rote Kreuz der Deutschen Demokratischen Republik (kurz: DRK der DDR, bis 1972: Deutsches Rotes Kreuz in der DDR) war die Nationale Gesellschaft vom Roten Kreuz in der ehemaligen DDR (1949–1990). Das DRK der DDR war als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisiert[1], später (zusätzlich?) als Verein (DRK der DDR e.V.). Den Zusatz der DDR bzw. der Deutschen Demokraten Republik führte die Organisation seit 1966[2], um die Verwechslungsgefahr mit dem DRK im Westen Deutschlands (in der DDR häufig als BRD bezeichnet) zu reduzieren.

Knapp vier Jahrzehnte lang — von 1954 bis 1990 — gab es aufgrund der zwei deutschen Staaten zwei Organisationen, die sich Deutsches Rotes Kreuz nannten. Zwei Nationale Gesellschaften in Deutschland widersprachen nicht dem Grundsatz Einheit, weil die DDR (Osten) und die BRD (Westen) zwei souveräne Staaten waren. Es gab nicht ein Deutschland, sondern zwei Staaten, die sich beide Deutschland waren.

Fördermitglieder wurden im DRK der DDR als Freunde bezeichnet.

Organisation

Bezirke der DDR und des DRK der DDR

Die höchsten Organe des DRK der DDR waren das Präsidium und der alle fünf Jahre tagende DRK-Kongress. Das DRK der DDR gliederte sich in 14 Bezirke, ca. 200 Kreise und Stadtkreise sowie ca. 14000 Grundorganisationen, z.B. Betriebs- und Hochschulkomitees.

Die 14 Bezirke waren nach den Städten benannt, in denen sich ihre Leitungen (Bezirkskomitees) ihren Sitz hatten, und entsprachen der staatlichen Verwaltungseinheiten: Rostock Schwerin, Neubrandenburg, Potsdam, Frankfurt (Oder), Cottbus, Magdeburg, Halle (Saale), Erfurt, Gera, Suhl, Dresden, Leipzig, Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), Berlin (Ost).

Das DRK der DDR betrieb gemeinsam mit dem Ministerium für Gesundheit die Schnelle Medizinische Hilfe (SMH).

Die Jugendorganisation war seit den 1970er-Jahren die Rotkreuzjugend.

Geschichte

Jahr Ereignis
1952 Gründung durch Verordnung des Ministerrats am 23. Oktober 1952
1954 Anerkennung durch das IKRK am 9. November 1954
1966 Änderung von Bezeichnung und Logo am 21. Oktober 1966
1988 Verlegung des Sitzes von Dresden nach Berlin (Stadt) am 5. April 1988 (Umzug wurde nie abgeschlossen)
1990 Bildung von sechs Landesverbänden: Berlin-Ost, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
1990 Auflösung des DRKs der DDR zum 31. Dezember 1990
1991 Beitritt der neuen Landesverbände zum DRK der BRD am 1. Januar 1991
1992 Neueintragung und Auflösungsbeschluss für Deutsches Rotes Kreuz e.V. i.L.
2000 Löschung des Deutsches Rotes Kreuz e.V. i.L. aus dem Vereinsregister am 21. November 2000

Nachwirkungen

Die heutigen fünf Landesverbände im Osten Deutschlands sind das dauerhafteste und sichtbarste Erbe des DRK der DDR im heutigen Deutschen Roten Kreuz: Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Der sechste in 1990 neu gegründete Landesverband, der Landesverband Berlin (Ost), vereinigte sich kurze Zeit später mit dem Landesverband im Westen Berlins zum heutigen Landesverband Berliner Rotes Kreuz.

Die Vereinigung der beiden deutschen Nationalen Gesellschaften stieß organisatorische Weiterentwicklungen an. Dazu gehört die Emanzipation der Wasserwacht zu einer eigenständigen Rotkreuz-Gemeinschaft, weg von einem lediglich Fachdienst der Bereitschaften.

Weitere Informationen

Monographien

  • Andrea Brinckmann, Das Rote Kreuz in der DDR. Humanitäre Grundsätze und staatliche Lenkung – die Geschichte der Hilfsorganisation von 1952 bis 1990, Berlin 2019
  • Stefan Schomann, Im Zeichen der Menschlichkeit. Geschichte und Gegenwart des Deutschen Roten Kreuzes, ISBN 978-3-421-04987-2, München 2013
  • Dieter Riesenberger, Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864–1990, Paderborn 2002 (ISBN 978-3506772602)

Externe Websites

Weitere Artikel

Einzelnachweise

  1. Deutsche Demokratische Republik, Verordnung über das Bildung der Organisation "Deutsches Rotes Kreuz" vom 23. Oktober 1952, in: Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin, 29. Oktober 1952, Seite 1090.
  2. Deutsche Demokratische Republik, Dritte Verordnung über das Deutsche Rote Kreuz. Vom 21. Oktober 1966, in: Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik, Teil II, Nr. 125, Berlin, 15. November 1966, Seite 789.