Bereitschaften

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Die Bereitschaft (gelegentlich: BER) ist eine der fünf Rotkreuz-Gemeinschaften und traditionell die ehrenamtliche Basisorganisation im Deutschen Roten Kreuz. DRK.de zufolge engagierten sich Ende 2017 in ihnen bundesweit 160.000 Freiwillige. Die älteren Bereitschaften sind u.a. aus früher so genannten Sanitätskolonnen entstanden. Im Unterschied zu den beiden anderen Gemeinschaften, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Rettung befassen, liegt Ihr Schwerpunkt auf dem "Land", während sich die Wasserwacht um das Gebiet "Wasser" und die Bergwacht um das Gebiet "Berge" kümmert.

Der Begriff Bereitschaft geht auf eine Zeit zurück, als eine DRK-Basisorganisation eine gewisse taktische Mindestfähigkeit aufweisen musste. Das ist heute nicht mehr der Fall. Eine Bereitschaft ist eine Organisationseinheit, die beliebig groß oder klein sein kann und sich ihre Aufgaben selbst wählen kann.

Die Bereitschaften führen kein Sonderlogo wie Bergwacht, Jugendrotkreuz, Schwesternschaft oder Wasserwacht.[1] Sie verwenden das Standardlogo, insbesondere das traditionelle Rundlogo.

Aufgaben

Aus einem Strategieprozesses ergab sich in 2012, dass sich die Bereitschaften auf vier Aufgabenfelder konzentrieren sollen, um u.a. auf die schwächer werdende ehrenamtliche Basis, den gesellschaftlichen Wandel des freiwilligen Engagements und den tatsächlichen Bedarf an Hilfeleistungen zu reagieren. Ziel ist es, dass die ausgewählten Aufgabenfelder flächendeckend angeboten werden.

  1. Sanitätsdienst: Medizinische Hilfen für Menschen, soweit diese nicht vom Rettungsdienst versorgt werden. Dazu gehören vor allem ärztliche Maßnahmen, deren medizinische Unterstützung und der Transport von Verletzten und Kranken.
  2. Betreuungsdienst: Hilfe für Menschen in akuter Not, die nicht akut verletzt oder erkrankt sind. Diese Menschen benötigen nicht in erster Linie medizinische Hilfe, sondern beispielsweise eine (Not-)Unterkunft, Verpflegung oder soziale Betreuung.
  3. Suchdienst im Sinne des Kreisauskunftsbüros: Betreuung von Menschen, die aufgrund eines Konflikts, einer Katastrophe oder einer anderen Großschadensereignisses einen anderen Menschen vermissen, mit dem Ziel, den Betroffenen Auskunft über den Verbleib der vermissten Person zu geben.
  4. Vernetzung vor Ort: Da sich die Bereitschaften oftmals seit Jahrzehnten, mitunter seit über einem Jahrhundert, in Gemeinden oder Stadtteilen befinden, sind sie mit der Bevölkerung, den Unternehmen und Einrichtungen vor Ort traditionell eng verbunden. Sie sollen am örtlichen Gemeindeleben teilnehmen, um diese Bindung zu pflegen.

Weitere Aufgabenfelder einer Bereitschaften können zum Beispiel Technik und Sicherheit oder Information und Kommunikation sein, die die 'helfenden' Fachdienste unterstützen, oder die Unterstützung des Blutspendedienstes bei der Durchführung von Terminen vor Ort. Es besteht nicht der Anspruch, dass diese Aufgaben flächendeckend wahrgenommen werden.

Organisation

Der Bundesverband, hier der Bundesausschuss der Bereitschaften, beschließt eine Ordnung der Bereitschaften auf Bundesebene. Sie enthält sowohl Regeln, die einheitlich in jedem Landesverband umzusetzen sind, als auch Regeln, die jeder Landesverband an seine Bedürfnisse anpasst und ergänzt.

Eine Bereitschaft hat eine Bereitschaftsleitung, die aus einer oder mehreren Personen bestehen kann. Je nach Landesverband kann es eine männliche und weibliche Leitungskraft geben, die gleichbereichtigt sind. Darüber hinaus sind immer Vertreterinnen und Vertreter möglich.

Gewählt wird die Bereitschaftsleitung von der Bereitschaftversammlung, die aus den Angehörigen der Bereitschaft besteht. Die Amtzeiten richten sich typischerweise nach den Amtszeiten der betreffenden Vorstände, denen die Bereitschaftsleitung als geborenes Mitglied oder durch Wahl der Mitgliederversammlung angehört.

Einzelnachweise und Erläuterungen

  1. Davon ausgenommen ist das Bayerische Rote Kreuz, das ein modifiziertes Kompaktlogo für die Bereitschaften gestaltet hat.