Rotes Kreuz

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Flag of the Red Cross.svg

Das Rote Kreuz, das in Rechtsvorschriften auch Genfer Kreuz genannt wird, ist das ursprüngliche, erste Wahrzeichen der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und dadurch zugleich umgangssprachlich ein Synonym für die Bewegung oder eine ihrer Gliederungen. Das Zeichen wird durch das Humanitäre Völkerrecht eingeführt und ist eine Invertierung des Schweizerkreuzes.[1]

Das Rote Kreuz ist eines der Schutzzeichen und wurde 1894 definiert[2]. Als Kennzeichen verwenden es die meisten Nationalen Gesellschaften; die anderen führen den Roten Halbmond und Israel den Roten Davidstern. Das Komitee (IKRK) führt ebenfalls das Rote Kreuz als Kennzeichen; das Logo der Föderation ist kombiniert aus dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond.

Verwendung des Zeichens in Deutschland

Die Kennzeichen des Deutschen Roten Kreuzes sind die von ihm verwendeten Logos. Darin wird ausschließlich das namensgebende Rote Kreuz verwendet, keines der anderen Wahrzeichen. Soweit von den Genfer Abkommen und ihren Zusatzprotokollen gedeckt, dürfen auch staatliche Stellen das Rote Kreuz als Schutzzeichen führen. Das sind regelmäßig die Sanitätsdienste der Bundeswehr und in Deutschland stationierter Militäreinheiten anderer Staaten. Das DRK darf außerhalb eines Konflikts nicht das Schutzzeichen führen.[3]

Der Begriff Rotes Kreuz findet sich in Deutschland auch z.B. im Namen eines Passes im Hochtaunus und mehrerer Flurkreuze, z.B. in Darmstadt und Hochkirchen. Das steht in keinem Widerspruch zum völkerrechtlichen und gesetzlichen Schutz des Zeichens und des Begriffs.

In Großbritannien gibt es eine ähnliche Situation, noch ausgeprägter: Das Georgskreuz ist ein rotes Kreuz auf weißem Grund. Dieses Symbol ist älteren und vor allem christlichen Ursprungs, anders als das Wahrzeichen der Bewegung. In Deutschland findet sich das Georgskreuz zum Beispiel in den Wappen der Städte Freiburg im Breisgau und Koblenz sowie der Bistümer Trier und Konstanz.

Nicht das Zeichen aber der Begriff wird als Rotes Plus in herabsetzender, spöttischer Weise zur Bezeichnung des Deutschen Roten Kreuzes verwendet. Das geschieht vor allem in sozialen Medien.

Kein spezifisch deutsches Problem ist die Verwendung des Schutzzeichens als Symbol für Heilung in Videospielen.[4] Durch das kontinuierlich Einwirken auf die Entwicklungsstudios durch verschiedene Teile der Bewegung[5] konnte bereits eine Verbesserung der Situation erreicht werden.

Schutz des Zeichens in Deutschland

Das Rotkreuz-Zeichen ist in Deutschland gesetzlich geschützt. Das geschah durch die Ratifikation der Genfer Abkommen und ihre Implementierung in das nationale Recht. Darüber hinaus hat der DRK-Bundesverband verschiedene Logos als Marken eintragen lassen. Auch einige Landesverbände und Kreisverbände haben Bildmarken eingetragen.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde (I. Genfer Abkommen), Genf 1949, Art. 38, Satz 1: Zu Ehren der Schweiz wird das durch Umstellung der eidgenössischen Farben gebildete Wappenzeichen des roten Kreuzes auf weissem Grund als Schutz- und Erkennungszeichen des Sanitätsdienstes der Armeen beibehalten.
  2. Convention pour l'amélioration du sort des militaires blessés dans les armées en campagne, Genf 1864, Artikel 7, Satz 3.
  3. In der Praxis geschieht es dennoch, aber das ist weitgehend unkritisch. Wenn zum Beispiel auf einem Feldkochherd das Schutzzeichen Rotes Kreuz angebracht wird, dann ist das auf zweierlei Weise falsch: Erstens, das Schutzzeichen wird in Friedenszeiten vom DRK nicht auf Fahrzeugen geführt. Das gehört nicht zum verbindlich vorgegebenen Erscheinungsbild. Zweitens, der Betreuungsdienst fiele im Konfliktfall nicht unter den Schutz der Genfer Abkommen für medizinische Dienste, sondern wäre als zum Zivilschutz zugehörig geschützt. Daher müsste im Konfliktfall das blaue Dreieck auf orangefarbenem Grund statt des Roten Kreuzes verwendet werden.
  4. Kim Berkemeyer, Beliebtes Zeichen für Heilung: Warum das Rote Kreuz in keinem Videospiel mehr auftauchen darf, in: CHIP, 17. Februar 2019.
  5. Zum Beispiel: ICRC.org, Video games and law of war, Genf, 27. September 2013.