Blutspendedienst

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Der Begriff Blutspendedienst (BSD) bezeichnet im Deutschen Roten Kreuz sowohl das Aufgabenfeld, Blutspenden zu sammeln und daraus Blutprodukte herzustellen, als auch im Speziellen die DRK-Gesellschaften, die diese Aufgaben wahrnehmen, als auch die ehrenamtliche Unterstützung von Blutspendeterminen. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, Kliniken zu ermöglichen, schwer erkrankten oder verletzten Menschen mit einem Blutprodukt zu helfen.

Gesellschaften der Landesverbände

Der Blutspendedienst ist ein hauptamtlich getragenes Aufgabenfeld im DRK, das ehrenamtlich unterstützt wird. Werbung, Abnahme, Untersuchung, Aufbereitung, Lagerung und Abgabe werden von gemeinnützigen Gesellschaften durchgeführt, von der jede für ein bestimmtes Gebiet zuständig ist. Sie haben alle die Rechtsform einer gGmbH:

Das Gebiet ist wie folgend aufgeteilt:[1]

Blutspendedienst Landesverbände
Nord-Ost Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen, Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern
NSTOB Bremen, Niedersachsen, Oldenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen
West Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Saarland, Westfalen-Lippe
Baden-Württemberg-Hessen Baden, Baden-Württemberg, Hessen
Bayern Bayern

Die Gesellschaften sind alle mehrheitlich[2] im Eigentum von Landesverbänden und dadurch von ihnen beherrscht. Die Gesellschafter entsprechen nicht immer dem Zuständigkeitsgebiet.[3]

Unterstützung von Blutspendeterminen

Die Durchführung von Blutspendeterminen in der Fläche zu unterstützen, ist eine Aufgabe, die vor allem von den Gemeinschaften Bereitschaft und Wohlfahrts- und Sozialarbeit wahrgenommen wird. Für eine Bereitschaft ist das keine der definierten Schwerpunkte, ist aber hilfreich für die Vernetzung vor Ort. Das Jugendrotkreuz und die Wasserwacht können auch hier mitwirken. Bei der Aufgabe handelt es sich nicht um einen Fachdienst, und ausgenommen z.B. Hygienebelehrungen oder Systemeinweisungen gibt es keine für diese Aufgabe qualifizierenden Bildungsangebote. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein wichtige Aufgabe, denn gerade dadurch ist sie ein niedrigschwelliges Ehrenamt, und sie bietet Kontakte zur Bevölkerung.

Die Tätigkeiten sind vor allem die Werbung vor Ort (z.B. Aufhängen von Bannern und Plakaten), der Empfang und die Registrierung der Blutspender, ihre Begleitung durch den Prozess und die Betreuung nach der Abnahme der Spende, insbesondere eine kleine Stärkung.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Die Blutspendedienste selbst beziehen sich bei der Beschreibung ihrer räumlichen Zuständigkeit überwiegend auf Bundesländer. Um den Bezug zum Bundesverband besser herzustellen, werden hier stattdessen die Landesverbände genannt.
  2. Zum Beispiel am Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen sind die Stadt Frankfurt am Main und das Klinikum Kassel (Gesundheit Nordhessen Holding AG) mit jeweils 7,73 % beteiligt.
  3. Zum Beispiel sind am Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen neben den Landesverbänden Baden, Baden-Württemberg und Hessen auch Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein beteiligt.