Blutspendedienst

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Allgemeines

Gesellschafter der DRK-Blutspendedienste (2019)

Der Begriff Blutspendedienst (BSD) bezeichnet im Deutschen Roten Kreuz sowohl das Aufgabenfeld, Blutspenden zu sammeln und daraus Blutprodukte herzustellen, als auch im Speziellen die DRK-Gesellschaften, die diese Aufgaben wahrnehmen, als auch die ehrenamtliche Unterstützung von Blutspendeterminen. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, Kliniken zu ermöglichen, schwer erkrankten oder verletzten Menschen mit einem Blutprodukt zu helfen.

Die Landesverbände (Bezirksverbände oder Kreisverbände sind nicht direkt beteiligt) nehmen die Aufgabe Blutspende nicht selbst wahr, sondern haben das in gemeinnützige Gesellschaften ausgelagert. Ein anhaltender Konsolidierungsprozess mit sukzessiven Zusammenlegungen und Übernahmen hat dazu geführt, dass es im Wesentlichen noch vier Gesellschaften gibt und der Bezug zur föderalen Struktur des DRK verloren gegangen ist. Die vier Gesellschaften sind: Baden-Württemberg-Hessen, Bayern, NSTOB und West. Die folgende Übersicht zeigt alle aktuell (2019) existierenden DRK-Blutspendedienste.

Übersicht der Gesellschaften

Der Blutspendedienst ist ein hauptamtlich getragenes Aufgabenfeld im DRK, das ehrenamtlich unterstützt wird. Werbung, Abnahme, Untersuchung, Aufbereitung, Lagerung und Abgabe werden von gemeinnützigen Gesellschaften durchgeführt, von der jede für ein bestimmtes Gebiet zuständig ist. Sie haben alle die Rechtsform einer gGmbH (gemeinnützigen GmbH), so dass sie keine Gewinne ausschütten dürfen.

Blutspendedienst Gesellschaft und Gesellschafter Sitz Gebiet[1]
Nord-Ost DRK-Blutspendedienst Nord-Ost gGmbH

Gesellschafter: Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen und Landesverband Berlin

Dresden Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen, Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern DRK-Blutspendedienst Mecklenburg-Vorpommern gGmbH

Gesellschafter: Blutspendedienst NSTOB und Landesverband Mecklenburg-Vorpommern

Neubrandenburg Mecklenburg-Vorpommern
NSTOB DRK-Blutspendedienst NSTOB gGmbH

Gesellschafter: Landesverbände Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen

Springe Bremen, Niedersachsen, Oldenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen
West DRK-Blutspendedienst West gGmbH

Gesellschafter: Landesverbände Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Saarland und Westfalen-Lippe

Ratingen Nordrhein, Westfalen-Lippe (Südwesten)
Ostwestfalen-Lippe DRK-Blutspendedienst Ostwestfalen-Lippe gGmbH

Gesellschafter: Blutspendedienst West

Münster
(Bad Salzuflen)
Westfalen-Lippe (Nordosten)
Rheinland-Pfalz und Saarland DRK-Blutspendedienst Rheinland-Pfalz und Saarland gGmbH

Gesellschafter: Blutspendedienst West

Bad Kreuznach Rheinland-Pfalz, Saarland
Baden-Württemberg-Hessen DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen gGmbH

Gesellschafter: Landesverbände Baden, Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein sowie Stadt Frankfurt am Main und Klinikum Kassel

Mannheim Baden, Baden-Württemberg, Hessen
Bayern Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes gGmbH

Gesellschafter: Landesverband Bayerisches Rotes Kreuz

München Bayern

Die Gesellschaften sind alle mehrheitlich[2] im Eigentum von Landesverbänden und dadurch von ihnen beherrscht. Die Gesellschafter entsprechen nicht immer dem Zuständigkeitsgebiet.[3]

Unterstützung von Blutspendeterminen

Die Durchführung von Blutspendeterminen in der Fläche zu unterstützen, ist eine Aufgabe, die vor allem von den Gemeinschaften Bereitschaft und Wohlfahrts- und Sozialarbeit wahrgenommen wird. Für eine Bereitschaft ist das keine der definierten Schwerpunkte, ist aber hilfreich für die Vernetzung vor Ort. Das Jugendrotkreuz und die Wasserwacht können auch hier mitwirken. Bei der Aufgabe handelt es sich nicht um einen Fachdienst, und ausgenommen z.B. Hygienebelehrungen oder Systemeinweisungen gibt es keine für diese Aufgabe qualifizierenden Bildungsangebote. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein wichtige Aufgabe, denn gerade dadurch ist sie ein niedrigschwelliges Ehrenamt, und sie bietet Kontakte zur Bevölkerung.

Die Tätigkeiten sind vor allem die Werbung vor Ort (z.B. Aufhängen von Bannern und Plakaten), der Empfang und die Registrierung der Blutspender, ihre Begleitung durch den Prozess und die Betreuung nach der Abnahme der Spende, insbesondere eine kleine Stärkung.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Die Blutspendedienste selbst beziehen sich bei der Beschreibung ihrer räumlichen Zuständigkeit überwiegend auf Bundesländer. Um den Bezug zum Bundesverband besser herzustellen, werden hier stattdessen die Landesverbände genannt.
  2. Am Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen sind die Stadt Frankfurt am Main und das Klinikum Kassel (Gesundheit Nordhessen Holding AG) mit jeweils 7,73 % beteiligt. Ansonsten gibt es keine externen Gesellschafter bei den Blutspendediensten.
  3. Zum Beispiel sind am Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen neben den Landesverbänden Baden, Baden-Württemberg und Hessen auch Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein beteiligt.