Vernetzung vor Ort

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Besonderheit des Aufgabenfelds

Die Vernetzung vor Ort ist eine der vier Aufgabenfelder, auf die sich die Bereitschaften als Ergebnis eines Strategieprozesses in 2012 konzentrieren sollen.[1] Im Unterschied zu den anderen drei Aufgaben — Betreuungsdienst, Sanitätsdienst und Suchdienst — wurde diese Aufgabe bis dahin nicht ausdrücklich als Aufgabe formuliert, und sie hat hat nicht den Charakter eines Fachdienstes mit definieren Qualifikations- und Karrierewegen.

Traditionelle Verbindungen

Dennoch handelt es sich um einen Bereich, den die Bereitschaften durch ihre oftmals langjährige Präsenz in einer Stadt, in einem Ortsteil öder einer Kommune traditionell wahrgenommen haben. Sie knüpfen Kontakte zu anderen Vereinen, zu örtlichen Betrieben, zu öffentlichen Einrichtungen und zur Lokalpresse. Sie nehmen an Volksfesten, Umzügen und anderen Veranstaltungen nicht nur als z.B. Sanitätswachdienst teil, sondern mit eigenen Ständen, als Zugteilnehmer oder sogar als Mitveranstalter. Sie schließen sich kulturellen und sozialen Initiativen an, die die Lebenssituation für die Bevölkerung vor Ort verbessern, z.B. Vereinsringe oder Bürgerinitiativen.

Potential für Bevölkerungsschutz

Die Bereitschaften als oftmals größte und das Außenbild eine Ortsvereins dominierende Rotkreuz-Gemeinschaft übernimmt damit nicht nur Querschnittsaufgaben wie Öffentlichkeitsarbeit, Stadtteilarbeit und Kontaktpflege. Das Netzwerk ist zugleich auch ein Beitrag zur Resilienz der örtlichen Gesellschaft, denn das offizielle und zwischenmenschliche Netzwerk verstärkt auch die Fähigkeit einer Bereitschaft, bei kleinen und großen Schadensfällen helfen zu können. Man weiß bereits, ohne es planen oder nach dem Eintritt eines Unglücks erkunden zu müssen, welche Hilfsmittel und anderen Ressourcen vor Ort zur Verfügung stehen. Dazu zählt auch die nicht betroffene Bevölkerung, die zum Beispiel als Ungebundene Helfer einbezogen werden können.

Auftrag für die Bereitschaften

Die Bereitschaften sollen sich besinnen, dass sie Teil einer kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Gesellschaft sind, die aus ihrem Dorf, Stadtteil, ihrer Gemeinde oder Stadt bestehen. Sie sollen direkt am Ort einbringen, nicht als Dienstleister, sondern als aktive Teilnehmer am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehört es auch, die eigene Kaufkraft einzusetzen und soweit wie möglich im nahen Umfeld einzukaufen. Eine gesunde und starke lokale Gesellschaft ist widerstandsfähiger gegenüber unerwarteten Schadensereignissen, und die Menschen zeigen insgesamt ein höheres Maß an Hilfsbereitschaft.

Einzelnachweise

  1. Deutsches Rotes Kreuz, Die Aufgaben der Bereitschaften: Schwerpunkte setzen – Profil schärfen, Berlin 2013 (ehemaliger Link: www.drkwnd.de/fileadmin/user_upload/Infothek/StP/Aufgaben_der_Bereitschaften_V1.0_2013-06-11.pdf), Abschnitt 3.4.