Landesverband Berliner Rotes Kreuz

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Allgemeines

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Der DRK Landesverband Berliner Rotes Kreuz ist ein Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes und Mitglied des Bundesverbands.

Der Landesverband wurde am 10. Mai 1950 gegründet, seine Satzung bereits am 22. November 1949 errichtet. Von seiner Gründung bis 1994 hieß er Landesverband Berlin. Am 7. November 1994 beschloss die Landesversammlung unter anderem die Umbenennung.

Gebiet

Das Gebiet des Landesverbands Berliner Rotes Kreuz ist das des Stadtstaats Berlin.

Gliederung

Der Landesverband Berliner Rotes Kreuz hatte in 2019 (wie in den Vorjahren) keine Bezirksverbände, acht Kreisverbände und keine Ortsvereine.

Blutspendedienst

Der Blutspendedienst im Gebiet des Landesverbands wird mittelbar vom Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen wahrgenommen. Die Umsetzung erfolgt durch den Blutspendedienst Nord-Ost, an dem der Landesverband zu 0,17 % beteiligt ist.

Besonderheiten

  • In Berlin befindet sich seit dem 12. Februar 2001 der Sitz des Bundesverbands, nach dem Umzug aus der früheren Bundeshauptstadt Bonn in die neue Hauptstadt. Seine Geschäftsstelle, das Generalsekretariat, nutzt das ehemalige Rittberg-Krankenhaus (1904–1994) in Ortsteil Lichterfelde, das sie von der Schwesternschaft Berlin gepachtet hat.
  • Im Jahr 1991 gab es vorübergehend zwei DRK-Landesverbände in Berlin: Den bisherigen Landesverband im Westen der Stadt und den 1990 vom ehemaligen DRK der DDR neu gegründeten Landesverband Berlin (Ost). Die beiden Landesverbände schlossen sich ein halbes Jahr nach dem Beitritt des östlichen Landesverbands zum DRK der BRD zusammen.
  • Das Berliner Rote Kreuz ist der einzige Landesverband, der bisher Insolvenz anmelden musste. Aufgrund von Pensionsverpflichtungen, die für eine 1963 beschlossene Zusatzrente aufgelaufen waren, wurde er 2001 zahlungsunfähig.[1] Am 14. Mai 2001 wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung gerichtlich angeordnet, und am 1. August 2001 das Insolvenzverfahren eröffnet, wodurch der Verein per Gesetz (§ 42 BGB) aufgelöst war. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wurde der Landesverband drei Jahre lang saniert und konnte dadurch gerettet werden (Beschluss der Landesversammlung am 15. Mai 2003 zur Fortsetzung des Vereins, Aufhebung des Insolvenzverfahrens am 6. September 2004), doch gab es aus dem gleichen Grund auch unter den erst 1998 gegründeten Kreisverbänden viele Insolvenzen.[2]
  • Größer als der Landesverband ist die von ihm unabhängige Schwesternschaft in Berlin. Der Schwesternschaft Berlin gehören ca. 1100 Rotkreuzschwestern an, und sie betreibt mit den DRK Kliniken Berlin (eine gemeinsame Marke mehrerer Gesellschaften im Besitz der Schwesternschaft) vier Krankenhäuser, ein Pflegeheim und ein Hospiz mit insgesamt ca. 3400 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 200 Mio. Euro pro Jahr.
  • Zusätzlich zu den Bereitschaften in den Kreisverbänden gibt es im Landesverband mitgliederführende Bereitschaften auf Landesebene, die dort als Zentralbereitschaften bezeichnet werden.
  • In Berlin gibt es keine Ortsvereine.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Christoph Stollowsky, Rotes Kreuz: Insolvenzverwalter soll Berliner Landesverband retten, in: Der Tagesspiegel, Berlin, 12. Mai 2001.
  2. Gabi Zylla, DRK-Insolvenzen häufen sich, in: DIE WELT, Berlin, 9. Juli 2004.