Ortsverein

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens
Ortsverein in der Verbandsstruktur des DRK

Allgemeines

In der Organisation des Deutschen Roten Kreuzes als Vereinsverband aus eigenständigen Organisationen bilden die Ortsvereine die unterste Ebene. Im Unterschied zu einem Zentralverein mit unselbstständigen Untergliederungen bilden sie die organisatorische Basis, in der aktives Vereinsleben stattfindet, indem — überwiegend ehrenamtliche[1] — Rotkreuz-Arbeit vor Ort geleistet wird.

Ein Ortsverein ist Mitglied eines Kreisverbands und erhält dadurch beispielsweise das Recht vermittelt, sich Deutsches Rotes Kreuz zu nennen und DRK-Logos zu führen.[2] Die Mitgliedschaft des Ortsvereins im Kreisverband, woraus sich der Grad seiner tatsächlichen Selbstständigkeit ergibt, ist verschieden ausgestaltet, je nach Satzung und gewählter Rechtsform.

Ortsvereine können auch, unter anderem, Ortsverbände, Ortsvereinigungen oder Ortsgruppen heißen oder genannt werden. Da diese Begriffe nicht systematisch verwendet werden, lassen sich keinen Schluss darauf zu, welchen formalen Status die Organisation hat.

Existenz

Die organisatorische Ebene der Ortsvereine muss nicht existieren. Es gibt Kreisverbände, die nicht aus Ortsvereinen hervorgegangen sind und daher im Ehrenamt als örtliche Untergliederungen operative Rotkreuz-Gemeinschaften haben. Daher gibt es Kreisverbände mit Ortsvereinen und Kreisverbände ohne Ortsvereine.

In den Landesverbänden Bayern, Berlin und Bremen gibt es gar keine Ortsvereine.

Rechtsform

Die Rechtsformen und Selbstständigkeit der Ortsvereine ist regional sehr unterschiedlich. Das sind die häufigsten Formen:

  • Eingetragener Verein (e.V.),
  • nicht eingetragener, teilrechtsfähiger Verein mit eigenem Vermögen,
  • nicht eingetragener, teilrechtsfähiger Verein, der vermögensfrei gehalten ist,
  • nicht eingetragener, nicht rechtsfähiger Verein,
  • örtliche Rotkreuz-Gemeinschaft als eingetragener Verein.

Rückgang der Ortsvereine

Entwicklung der Anzahl der Ortsvereine von 2005 bis 2018

Die Anzahl der Ortsvereine schrumpft seit mindestens zwei Jahrzehnten stetig. Von 2005 bis 2018 haben sie sich von 4797 auf 4257 reduziert.[3] Das ist ein Rückgang von 11–12 % in diesem Zeitraum oder, in absoluten Zahlen, von durchschnittlich 41–42 pro Jahr.

Einzelnachweise und Erläuterungen

  1. Vereinzelt gibt es DRK-Ortsvereine mit hauptamtlichen Strukturen, zum Beispiel mit einer Rettungswache, die im öffentlichen Rettungsdienst eingebunden ist.
  2. Beispiel: Das Recht zur Führung [...] wird durch den Bundesverband vermittelt. Ein Ortsverein, dessen Mitgliedschaft im Kreisverband erloschen ist, verliert das Recht, Namen und Zeichen des Roten Kreuzes zu führen. – Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Rheinland-Pfalz, Mustersatzung für Ortsvereine des DRK-LV RLP in der Rechtsform "e. V." mit dem Führungsmodell des ehrenamtlichen Vorstandes gemäß Beschluss der Landesversammlung am 31.10.2015 in Simmern, Mainz 2015., § 3, Abs. 1.
  3. Die Zahlen sind den Jahresberichten des Bundesverbands entnommen.