Kaiserin Augusta (1890)
Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890) war die Ehefrau von Wilhelm I. (1797–1888), dem ersten deutschen Kaiser. In diesen Rollen engagierte sie sich für Rotkreuzorganisationen, weshalb bis heute Einrichtungen nach ihr benannt sind, zum Beispiel die Augusta-Schwesternschaft in Lüneburg. Sie verstarb am 7. Januar 1890, zwei Jahre nach ihrem Mann.
Bodo von dem Knesebeck (1851–1911), der später, von 1897 bis 1911, Vorsitzender des Centralkomitees der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz (1879–1921) wurde, widmete Augusta kurz nach ihrem Tod eine ausführliche Rede, in der er ihre humanitäre Gesinnung herausstellte, ihr Wirken zugunsten des Roten Kreuzes pries und sie dabei überschwänglich verehrte. Diese Rede wurde in der Aprilausgabe der monatlich erscheinenden Zeitschrift Deutsche Revue über das gesamte nationale Leben der Gegenwart (1877–1922) veröffentlicht und erschien zusätzlich als Sonderdruck, der hier wiedergegeben ist.
Die Darstellung zeigt die Nähe der Rotkreuzbewegung im Deutschen Kaiserreich (1871–1918) zur Monarchie und ihren Vertretern. Das war mit einer Haltung der Verantwortlichen in den Rotkreuzorganisationen verbunden, die auch nach dem Ende des Kaiserreichs in der Weimarer Republik (1918–1933) noch verbreitet war. Im Roten Kreuz gab es viele, die die Moncharchie und den Glanz, den sie neben der Gewährung von Privilegien auf das Rote Kreuz abstrahlte, vermissten. Das trug zur nach dem Untergang der Weimarer Republik schnellen Anbiederung des Roten Kreuzes an die nationalsozialistischen Autoritäten und Selbstgleichschaltung an den NS-Staat (1933–1945) bei.
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Transkription
[Titel]
am 9. März 1890
Verlag von Eduard Trewendt
1890.
aus der
Deutschen Revue 1890.
bleibt vorbehalten.
[Einleitung]
Goethe[1] über Maria Paulowna von Sachsen-Weimar[2].
Heute vor zwei Jahren[3] verbreitete das über Deutschlands Gauen hallende Glockengeläute die feierliche Kunde, daß der große Kaiser sein reiches, irdisches Tagewerk vollbracht, daß Wilhelm I.[4] in gottgeweihter Stunde aus dem Leben geschieden war. Nach kurzer Frist dient die Wiederkehr dieses Gedenktages einer ernsten Feier zu Ehren derjenigen, welche dieses Leben geteilt, ihrem und unserem Kaiser pflichttreu zur Seite gestanden hat. Der Kreis, welcher sich in Trauer und Leid um die erlauchten Angehörigen ihres Hanses[5] hier versammelt, vertritt das Gebiet, auf welchem der Name der Kaiserin Augusta[6] am tiefsten in die Geschichte der lezten Jahrzehnte eingetragen ist:
Bevor die Arbeit im Sinne und nach dem Vorbild der Begründerin wieder aufgenommen und fortgeführt wird, ist es begreiflicher Wunsch, inne zu halten und sich zu vergegenwärtigen, welche Lehren dieses Leben und Streben hinterläßt, welche Erbschaft die Zukunft übernimmt. Daß diese Aufgabe einem ihrer ehemaligen Diener[7] übertragen worden ist, hat wohl darin seinen Grund, daß zwar der Lebenslauf einer Kaiserin, nicht aber einer Regentin darzustellen ist, dessen innerer Zusammenhang sich weiten Kreisen nicht offenbarte. Sonst wären andere berufener gewesen, diese Aufgabe zu erfüllen.
[Vaterländischer Frauenverein]
Wenn in dieser Mitte eine Art Lebensbild der Kaiserin zu entwerfen versucht werden soll, so kann zunächst als beschränkender Rahmen der Vereins-Gedanke selbst nur dienen. Dieser aber hat in dem Vaterländischen-Frauen-Verein[8], dem Frauen-Lazarett-Verein[9], dem deutschen[10] und preußischen Zentral-Komitee der Vereine vom roten Kreuz[11] seinen unmittelbaren Ausdruck gefunden. Der Vaterländische-Frauen-Verein ist in den kriegsschweren Tagen des Jahres 1866[12] in Berlin zur Entwickelung gelangt. Der offizielle Sanitäts-Bericht über die deutschen Heere vom Jahre 1884 sagt hierüber folgendes:
„Nachdem bereits seit Jahrhunderten Frauen-Vereine bestanden hatten, deren Thätigkeit sich auf die engeren Kreise ihrer Heimat beschränkte, kamen in den deutschen Befreiungskriegen größere Vereinigungen dieser Art mit ausgedehnterem Plan und bestimmteren Grundsätzen zu stande.
Ähnliches ereignete sich bei den späteren Feldzügen dieses Jahrhunderts, allein erst das Kriegsjahr 1866, welches überhaupt für die Fortentwickelung der seit dem Krimkriege[13] hinsichtlich der Krankenpflege im Felde gährenden Ideen in den europäischen Staaten eine neue Epoche einzuleiten berufen war, brachte vorzugsweise durch das leuchtende Beispiel und die nie ermüdende Teilnahme Ihrer Majestät der Königin von Preußen die Bildung von patriotischen Frauen-Vereinen in vorher ungeahnten Fluß.” —
Nach Ablauf des Krieges wurde durch einen am 11. November 1866 erlassenen Aufruf die Allerhöchste Absicht kund gegeben, den Fortbestand des Vaterländischen-Frauen-Vereins für alle Zeit zu sichern und durch Anfügung der dieselben Zwecke in den Provinzen[14] verfolgenden Vereine ein Gesamtnetz für die Monarchie zu schaffen. Der Gedanke schlug Wurzel, und die erste Friedensthätigkeit des Vereins bewährte sich im Herbst 1867 bei dem ostpreußischen Notstand.[15]
Am 1. Juli 1869 konnte die Organisation die Bewilligung der Korporationsrechte durch Seine Majestät den König rechtfertigen. Damals bestanden 291 Zweig-Vereine. Zwanzig Jahre später, am 28. Dezember 1889, vollzog die erlauchte Begründerin zum letzten Mal Diplome für neu entstandene Zweig-Vereine. Das letzte von ihr unterzeichnete war für den 715. Zweig-Verein bestimmt. In diesem Zeitraum also hat sich deren Umfang verdreifacht.
Von großer Wirkung hierauf war der Erlaß gewesen, den die Kaiserin am 2. Juli 1878 an den Vorstand gerichtet. Sie wies auf die tiefe Bewegung hin, von welcher das deutsche Volk ergriffen war, nachdem Frevelmut ein geheiligtes Haupt tödlich verwundet hatte.[16] Sie wandte sich an die Frauen mit der Mahnung, in der Familie, in der Erziehung, im häuslichen Leben, in der Ausübung der Barmherzigkeit die Gottesfurcht zu stärken, die sittlichen Grundlagen zu befestigen, den Notleidenden zu helfen.
Sie forderte dazu auf, sich in dieser Gesinnung zu vereinen und die Lücken in der Gliederung des Verbandes immer mehr auszufüllen. Diese Worte fanden einen der Stimmung, aus der sie entstanden waren, entsprechenden Widerhall.
Die nächste große Aufgabe, die der Verein in gemeinsamer Organisation mit dem Zentral-Komitee der Männer-Vereine zu lösen berufen war, ist der Deutsch-Französische Krieg[17] gewesen. Es kann diese weitverzweigte Wirksamkeit hier nicht geschildert werden noch der hervorragende Anteil der Kaiserin an derselben. In den großen Epochen der vaterländischen Geschichte ist ihr Leben ein so öffentliches gewesen, daß man es als bekannt voraussehen darf. Die Thätigkeit der Vereine in jenen Tagen hat Lob wie Tadel erfahren, und zweifellos haben dieselben einen harten Stand gehabt, es war die Feuerprobe ihrer Organisation. Haben sie dieselbe bestanden?
Wenn man das achte Kapitel des vorerwähnten Sanitätsberichts über „die freiwillige Krankenflege und die Genfer Konvention” gelesen hat, so kann diese Frage mit voller Überzeugung bejaht werden. Sie haben in dem Sinne bestanden, daß alle Mängel von den erfolgreichen Leistungen weit überboten wurden, daß die vom Vaterland und vom Ausland mit Vertrauen gespendeten
So ist es mit der amtlichen, so ist es mit der freiwilligen Sanitätspflege. Niemand aber hat diese Fürsorge emsiger, nachhaltiger betrieben, niemand hat so sein eigenes Ich dafür eingesetzt wie die Kaiserin Augusta. Bevor dieses Gebiet ihres Schaffens in Verbindung mit der Entwickelung des Vereinsgedankens näher beleuchtet wird, möge noch ein Wort über den Frauen-Lazarett-Verein und das Augusta-Hospital gestattet sein.
Als Protektorin[18] des preußischen Zentral-Komitees zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger[19] berief die Königin 1866 eine Immediat-Lazarett-Kommission mit dem Zweck der Herstellung von Privat-Lazaretten in Berlin.
Hieraus bildete sich unter ihrem Protektorat der Frauen-Lazarett-Verein, der mit Hilfe seiner Mitglieder und Diakonissen aus Kaiserswert[20] ein Lazarett in einer Kaserne zur Aufnahme Schwerverwundeter ins Leben rief. Nach Schluß der Kriegszeit regte die Königin auch hier den Fortbestand des Vereins in seiner Thätigkeit an, die sich im Anschluß an das vorgenannte Zentral-Komitee entfaltete und sehr bald auf die Schöpfung eines eigenen Krankenhauses sowie auf die Ausbildung weiblicher Pflegekräfte erstreckte.
[Kaiserin-Augusta-Hospital]
Unter Zugrundelegung des in den letzten Kriegen bewährten Barackensystems entstand so in dem nördlichen Teil des Invalidenparks mit Beihilfe zahlreicher Spenden unter Allerhöchstem Protektorat das Augusta-Hospital, dessen Einweihung beide Majestäten am 27. Dezember 1869 durch ihre Gegenwart verherrlichten. Im April 1870 wurde es mit 2 Baracken zu je 18 Betten der öffentlichen Benutzung übergeben, im darauffolgenden Kriege in allen verfügbaren Räumen mit Verwundeten belegt. Heute, nach zwanzig Jahren, finden darin 200 Kranke, in einem Asylgebäude auch solche aus besseren Ständen Aufnahme. In der 1874 eröffneten Poliklinik wurden im Jahre 1888 über 15 000 Unbemittelte in fast 30 000 Konsultationen behandelt.
Den Pflegedienst im Hause versehen Schwestern, eine besondere Genossenschaft, der die Protektorin eine letztwillige Stiftungs-Urkunde gewidmet hat, während der Pflegerinnen-Verband der Ausbildung neuer Kräfte in der Hospital-Pflege zu dienen bestimmt ist.
Die Beziehungen der Kaiserin zu diesem Hospital gipfelten in dem wahrhaft innigen Anteil, den die hohe Frau an allen die Anstalt, ihr Gedeihen und Wirken betreffenden Vorgängen nahm. Hier war ihr nichts zu groß, das sie nicht zu entscheiden versucht, nichts zu klein, das sie nicht ihrer Sorge für wert gehalten hätte. Hier war sie klar und fest in den Beratungen des Kuratoriums und Vorstandes, ermutigend und erhebend für das schwere Amt der Schwestern, verständnis-
[Genfer Abkommen, Vereine und Zentralkomitee]
Der Ausgangspunkt der ganzen Bewegung zu gunsten freiwilliger Hilfs-Genossenschaften für die Verwundeten- und Krankenpflege knüpft sich in der Neuzeit an die Schlacht von Solferino[21]. Dunant's Schrift hierüber[22] hat den schreienden Gegensatz der Unzulänglichkeit der Hilfsmittel bei der überwältigenden Wirkung moderner Waffen zuerst zum vollen Bewußtsein gebracht. Es entstand die Genfer Konvention zum völkerrechtlichen Schutz der Verwundeten[23], der König Wilhelm als einer der ersten beitrat.[24]
Es waren vorher die Vereins-Organisationen unter dem Roten Kreuz entstanden, welche die Königin Augusta, allen voran, thatkräftig betrieb. Ihr Gedanke überflog in hohem Schwung das ganze in Frage stehende Gebiet. Sie sah in der allgemeinen Wehrpflicht eine Errungenschaft, durch deren Einführung ihrer Zeit der Stempel erhöhter Opferwilligkeit für die Dienste des Vaterlandes aufgeprägt worden war. Sie wußte, daß ein Volk „von Zeit zu Zeit den Besitz der Freiheit neu verdienen muß”, und sie wollte dem Aufgebot des Volks in Waffen ein Aufgebot des Volks in Nächstenliebe für immer an die Seite stellen.
Der Wurf war kühn, das Ziel hoch und fern, aber die Entwickelung der Kultur des Menschengeschlechts erfordert die Mühe von Generationen.
Was ein Lebensalter zu leisten vermag, das hat sie geleistet. Dem gegenwärtigen und den kommenden Geschlechtern bleibt die Aufgabe, zu vervollkommen, was zu thun erübrigt. Die Durchbildung der Organisation erstreckte sich über ganz Deutschland und eilte den politischen Ereignissen voraus.
Kaiser Wilhelm erkannte in dem an die Kaiserin aus Nancy den 14. März 1871 gerichteten Schreiben an: „die deutsche Einheit ist durch das Zentral-Komitee der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger auf dem Gebiete der Humanität vollzogen, als die politische Einheit unseres Vaterlandes sich noch im Kreise der Wünsche bewegte.”
Das war eine wohlthuende Erfahrung. Mit voller Reife des Urteils begabt, hatte die Prinzessin von Preußen den Sturm von 1848[25] schon durchlebt und mannhaft durchlitten.
Die Einigungs-Versuche und die Männer, welche sie betrieben, waren ihr bekannt gewesen, in ihrer Seele hafteten seit jenen Tagen Eindrücke, die kein späteres Ereignis verlöscht hat. Ein einiges Deutschland war, wie in vielen, so auch in ihrem Herzen das Ziel einer nie erkaltenden Sehnsucht. Nun, da sie sich herrlich erfüllte, vernahm sie aus dem Munde des Kaisers die Kunde, daß in selbstloser Friedensarbeit die erste Knospe des erwachenden Frühlings zur Blüte gereift war.
Aber auch in anderer Weise legte sie der Entwickelung dieses Vereinswesens eine einigende Bedeutung bei und sprach noch in einer der letzten Kundgebungen ihre Befriedigung darüber aus, daß es dem Zentral-Komitee gelungen sei, verwandte Organisationen dem Roten Kreuz dienstbar zu machen. Die Bildung von Sanitäts-Kolonnen bei den Krieger-Vereinen, vor allem aber die der „Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger” im Kriege durch das Rauhe Haus[27] in Hamburg[28] gewährten in diesem Sinne der Protektorin einen erfreulichen Blick in die Zukunft. Auch hat sie stets ein näheres Verhältnis zu dem Johanniter- und Maltheser-Orden erstrebt.[29]
Als Kaiser Wilhelm's I.[4] Augen sich schlossen, als sie im Witwenschleier zurückblieb und die Pflichten ihrer Stellung zur Krone sich veränderten, da ist es in dem weiten Kreise des von ihr mitgeschaffenen, von dem Beispiel ihrer Persönlichkeit getragenen Berufes niemals zweifelhaft gewesen, daß das durch den Ursprung sowohl wie durch Arbeitsteilung geheiligte Band weder gelöst noch irgend gelockert werden könnte. Es giebt Lebenslagen, deren Erklärung einer Profanation gleicht. Es giebt eine Lebens-Aufgabe, und die der Kaiserin Augusta war eine solche, deren Erfüllung der Tod allein zu besiegeln vermag.
[Sanitätsdienst des Militärs]
Entsprechend ihren Beziehungen zu den Vereinen vom Roten Kreuz war auch ihr Verhältnis zur Armee. In hoher Auffassung ihrer Stellung als Gemahlin Wilhelm I. hielt sie es für ihre Pflicht, einem Heere sich zu nähern, welches als gewaltige Schöpfung ihres Gemahls und seiner Zeitgenossen seiner Führung sowie ihrem Sohne Sieg um Sieg verdankte.
Sie fand eine ihrer Königlichen Aufgabe entsprechende Beteiligung in der Fürsorge für die Entwickelung des Militär-Sanitäts Wesens. Was in dieser Beziehung ihrer Anregung zu verdanken, ist viel bedeutender, als allgemein bekannt.
Nach den Kriegen von 1866[12] und 1870[17] und dann bis in die Gegenwart stand sie mit den Kriegs-Ministern Roon[30], Kameke[31] und Bronsart von Schellendorff[32] in Verbindung über die im Militär-Sanitäts-Wesen anzustrebenden Verbesserungen. Sie regte die Niedersehung von Kommissionen zur Prüfung von Spezialfragen, Konferenzen zur Bearbeitung von Organisations-Plänen und zur Entscheidung über wichtige Neuerungen in der Entwickelung der Heilkunde an und war dabei auf ein Zusammenwirken der Männer der Wissenschaft, derjenigen der Heeres-Verwaltung, sowie der Vertreter der freiwilligen Krankenpflege beharrlich bedacht. Der letzteren errang sie allmählich eine geachtetere Stellung, und nicht zum geringen Teile ist es ihrer Mitwirkung zuzuschreiben, wenn aus dem früheren geduldeten ein berechtigtes Verhältnis sich entwickelt und in der letzten Sanitäts-Ordnung seinen bestimmungsmäßigen Ausdruck gefunden hat. Dies alles war nicht leicht, und nicht immer begegneten die Absichten der hohen Frau der Anerkennung, welche heute dem Erfolge ihres Thuns gezollt wird. In einer so fest gegliederten
Es war daher nur zu natürlich, daß der Schaffenstrieb, der sie beseelte, vielfach Widerstand fand, den sie oft um so bitterer fühlte, als es für eine Frau schwer ist, sich in die eiserne Notwendigkeit der büreaukratischen Einrichtungen hineinzudenken.
Auch in dieser Beziehung war sie in ihren Anschauungen über das Erstrebenswerte und das Erreichbare nüchterner geworden und wie oft hat sie in späterer Zeit gesagt: „Ja damals dachte ich noch ganz anders.” Aber es war gewiß eine aufrichtig dargebrachte Kundgebung, als am 10. Januar der Generalstabsarzt der Armee von Coler[33] an ihrem Sarge einen mächtigen Kranz mit der Aufschrift niederlegte: „In tiefster Dankbarkeit des Sanitätsoffizierkorps.”
Bevor dieses Gebiet verlassen wird, muß noch des ergreifenden Abschiedes Erwähnung geschehen, den sie am 3. Januar von der Armee in deren Vertretern, den um sie versammelten kommandierenden Generälen nahm. Schon von der tödlichen Krankheit[34] ergriffen, erschien sie auf wenige kostbare Augenblicke in dem geladenen Kreise, um die Generäle als Gäste in den Räumen zu begrüßen, die noch vom Odem Kaiser Wilhelm's I. durchweht sind.
Ein jeder von ihnen, an der Spitze die General-Feldmarschälle Graf Moltke[35] und Graf Blumenthal (1810–1900).[36], ist noch einmal in ihre Nähe beschieden worden, und schließlich richtete sie mit ermatteter Stimme an die Gesamtheit Worte des Dankes für die Vergangenheit, des Vertrauens in die Zukunft. Es war ihr letzter Akt königlicher Gastfreundschaft.
[Föderung der Chirurgie und anderer Wissenschaften]
Wenn in vorstehendem die Männer der Wissenschaft erwähnt worden sind, so muß des besonderen Verhältnisses gedacht werden, in welchem die Kaiserin zur Chirurgie stand.
Von den Kriegszeiten an bis zu dem ernsten Augenblicke, wo sich dieselbe durch des trefflichen Busch sichere Hand an ihr selbst bewährte[37], von da wieder bis in die letzte Zeit ihres Lebens ist sie diesem Zweige der Heilkunde eine treue Helferin, eine besonders gnädige Beschützerin gewesen. Alljährlich empfing sie hervorragende Mitglieder des Chirurgen-Kongresses, und was sie an Gewährung von Mitteln zur Lösung wichtiger Preis-Aufgaben, wie das Lüder'sche Werk über die Genfer Konvention[38], Esmarch's Technik der Kriegs-Chirurgie[39], die Konkurrenzen über das beste Barackensystem[40], sowie über die innere Einrichtung desselben, die zahlreichen Preise für besondere Leistungen auf der Hygiene-Ausstellung u. a. -, auf diesem Gebiete gethan hat, bleibt ihr unvergessen.
Daß es ihr bei den Koryphäen der Wissenschaft unvergessen blieb, davon finde eines der letzten Zeugnisse hier Erwähnung.
Unter den Glückwünschen, welche zum 30. September 1889 in Baden einliefen, befand sich der folgende von dem verstorbenen Volkmann[41] in Halle im Gefühl des herannahenden Todes geschrieben:
„Eure Majestät haben für uns und unsere Wissenschaft, für die Hospitäler und Kranken so viel gethan, wie nie jemand zuvor.
Eure Majestät wollen daher in Gnaden gestatten, daß auch ich Höchst-Ihnen meine allerunterthänigsten und wärmsten Glückwünsche zum heutigen Tage zu Füßen lege. Möge Gott noch lange Ihr reich gesegnetes Wirken erhalten.”
Jetzt, wo beide nicht mehr, sei dies Wort hier niedergelegt, beiden zum ehrenden Gedächtnis.
[Bernhard von Langenbeck]
Selbst eine so flüchtige Darstellung der Beziehungen der Kaiserin zur Chirurgie kann nicht abgeschlossen werden, ohne eines besonderen Verhältnisses zu gedenken, desjenigen zu Langenbeck[42]. Uns allen bedeutet ja dieser Name heute noch viel. Was er der Kaiserin bedeutete, ist schwer in Worte zu fassen. In ihm vereinigte sich für sie das Beste, was Wissen, Können, Denken und Fühlen in seinem Fache hervorgebracht. Um so härter war es, daß er, nach ihrem unglücklichen Fall auf Babelsberg vom Kaiser zur Konsultation berufen, die Aussichtslosigkeit einer vollkommenen Heilung ihr darzulegen genötigt war. Wohl hatte er nicht mit der zähen Energie des Willens gerechnet, die nach Jahr und Tag eine beschränkte Gehfähigkeit wieder herbeiführte. Immerhin blieb die Fürstin seitdem meist an den Rollstuhl gebannut. Ihre Anerkennung Langenbeck's bewahrte sich auch nach seinem Tode, als die Denkmalsfrage zur Erörterung kam. Von ihr ging der von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie[43] und der Berliner medizinischen Gesellschaft[44] bereitwillig aufgenommene Vorschlag aus, die Verdienste des Verstorbenen nicht durch ein Monument, sondern durch ein mit Langenbeck's Namen verknüpftes Institut, nach dem ungefähren Muster des College of Surgeons in London[45], zu ehren. Der Plan naht seiner Ausführung.[46] Es bleibe aber nicht unerwähnt, daß jede demselben noch zu widmende Spende hochwillkommen ist und bei dem Wert, den die Heimgegangene auf die Entstehung einer der deutschen Wissenschaft würdigen Heimstätte legte, einer Huldigung entsprechen würde an ihrem Sarge. Wie hoch Langenbeck's Bedeutung im Auslande anerkannt wurde, bewies eine Begebenheit auf der III. internationalen Konferenz der Gesellschaften vom Roten Kreuz in Genf im Jahre 1884[47]. Als die Vorbereitung der antiseptischen[48] Wundbehandlung auf die Tages-Ordnung kam, bestieg er die Redner-Tribüne.
Kaum war die Versammlung des feinen Kopfes mit dem sinnenden Auge ansichtig geworden, da vereinte eine unvorbereitete, spontane Ehrenbezeugung die Vertreter aller Nationen in dem gemeinsamen Ausdruck ihrer Verehrung. Als dieser Vorgang internationalen Gemeinsinns der Kaiserin berichtet wurde, traten Freudenthränen in ihren Blick.
Ihre Vaterlandsliebe war die breite Grundlage eines Pflichtgefühls, das sich niemals genug that.
[Friedrich von Criegern]
Mit der Lebhaftigkeit ihrer Natur gab sie dieser Gesinnung bisweilen einen das ihr sonst eigentümliche Maß der Vorsicht überschreitenden Ausdruck, wenn der Wunsch sie beseelte, ihre Person einzusehen für die Abwendung einer Gefahr oder für die Milderung entstandener Konflikte.
Der Beweggrund ihrer Handlungen war aber niemals ein persönlicher, nie
ein auf Befriedigung kleiner Interessen gerichteter. Stets war es das Wohl
Das Bewußtsein, dem Staate dienen zu können, war für sie ein erhebendes, und ihr Interesse war bis zuletzt den öffentlichen Dingen zugewendet. Sie hatte eine geschichtlich zu bedeutende Zeit an hervorragender Stelle erlebt, um der politischen Gestaltung der Verhältnisse gleichgültig gegenüber zu stehen. Sie hatte auch mit zu bedeutenden Männern verschiedener Zeitepochen in naher Berührung gestanden, um nicht ihren Blick geschärft, das ihr innewohnende, lebhafte Gefühl für das staatliche Leben nicht vertieft zu haben. So erstreckte sich auch ihr Wunsch dahin, daß die Vereine vom Roten Kreuz ein Faktor werden möchten im Staat, ein integrierender Bestandteil desselben, dazu bestimmt, einem staatlich als berechtigt anerkannten Bedürfnis freiwillig zu entsprechen. In diesem Sinne schrieb sie im Jahre 1883 an den Reichskanzler[49] bei Übersendung der von Criegern'schen[50] Preisschrift „Das Rote Kreuz in Deutschland,” diese Bestrebungen seinem Wohlwollen empfehlend, indem sie sagte: „Je mehr die Gewißheit besteht, daß an maßgebender Stelle dieselben Rückhalt finden, um so freudiger wird sich jeder daran beteiligen.” Der Fürst erwiderte hierauf am 10. Februar u. a.: „Die Ansicht, von der der Verfasser ausgeht, daß die staatlichen Vorrichtungen für die Pflege der Verwundeten und Kranken im Kriege hinter den Anforderungen der christlichen Nächstenliebe zurückbleiben, ist nicht nur für die Vergangenheit zutreffend, sondern wird es nach menschlicher Voraussicht jederzeit bleiben; den Abstand, um welchen das staatlich Erreichbare hinter den berechtigten Forderungen der Menschenliebe zurückbleibt, vermag nur die freiwillige Krankenpflege auszufüllen und hat es unter Eurer Majestät hingebender Leitung in früher unerreichtem Maße gethan.” —
[Ernst Curtius]
Als die Kaiserin am 29. Januar 1880, wie alljährlich, der Gedächtnisfeier Friedrich's des Großen[51] in der Akademie der Wissenschaften[52] beigewohnt hatte, kam sie erfüllt von dem in Curtius'[53] Rede erwähnten Aristotelischen Ausspruch über das Wesen des Staates zurück und war noch oft mit der Auffassung beschäftigt, daß der Mensch für den Staat geboren sei und nur im Staatswesen seine Anlagen recht zur Entfaltung bringen könne, daß der Staat ein von Natur gegebenes, eine angeborene Mitgift sei wie die Sprache. So fand jede erhebende Auslegung der menschlichen Dinge in ihrer nach innerer Freiheit ringenden Brust eine bleibende Stätte.
Für die teilnehmende Kundgebung des Staats-Ministeriums im Juni 1888 dankte sie noch mit der Versicherung: „daß das Wohl unseres Staates und unseres Volkes mein erster Wunsch und meine letzte Hoffnung bleibt”.
[Ansprache in Königsberg]
Es war ihre Gewohnheit, wenn sie an der Seite des Kaisers in den Provinzen erschien, die hauptsächlichsten, wohlthätigen und gemeinnützigen Institute zu besuchen oder deren Vorstände zu empfangen. Unvergeßlich müssen allen An-
Es war nach dem Gottesdienst in der Schloß-Kapelle. In höchster Bewegung verließ sie die geweihte Stätte, an der sie selbst zur Königin geweiht worden war. Sie durchschritt ihr Gemach, und an ihrem Geiste zogen die 18 Jahre preußischen Königtums vorüber, welche seitdem verflossen. Welche Jahre, welches Walten göttlicher Gnade, welches Königtum! Mit der in vermehrtem Glanze erstrahlenden Königskrone, mit der Krone der deutschen Kaiserin, mit der goldenen Myrthe geschmückt, betrat sie zum zweiten Mal den Boden der Krönungsstadt an der Seite eines Gemahls, der für die Welt ein leuchtender Stern dem Vaterlande alles war. Wahrlich, ihre Brust hätte sich stolzen Regungen hingeben, sie hätte große innere Genugthuung empfinden können. Keineswegs! Wohl fand sie Worte des Dankes für den Schuß des Allgütigen über ihrem Hause und ihrem Lande, wohl setzte sie Hoffnungen auf die Zukunft. Aber statt des Stolzes empfand sie Demut, und die Unvollkommenheit alles Menschenwerks trat ihr entgegen. Alle hohen Vorsätze, die sie vor 18 Jahren hier gefaßt, alle weit ausschauenden Pläne vergegenwärtigten sich ihr, um sie erkennen zu lassen, daß sie nur einen Bruchteil erreicht, daß ihr Anteil gering, daß alle Erfolge mit Opfern und Thränen erkauft waren. Unter diesen Eindrücken entstand die Ansprache, welche sie folgendermaßen an den Vorstand richtete:
„Die Räume, in denen Ich Sie empfange, sind geeignet, viele ernste Gefühle anzuregen. Ich gedenke der Zeit, wo die Monarchie in der Thatkraft und Treue dieses Landes ihre Wiedergeburt feierte nach schweren Prüfungen. Ich gedenke der Zeit, wo Ihr König und Ich am Altar Gottes den Eid der Pflichttreue leisteten. Ich gedenke der Zeit, die seitdem alle Kräfte des Vaterlandes in Anspruch genommen hat. In dieser Zeit hat sich die Provinz Preußen wieder allseitig bewährt, und die Frauen haben bewiesen, daß sie, ihrer Väter, Männer und Söhne würdig, opferwillig zusammen hielten. Was jede von Ihnen während des Notstandes wie im Kriege geleistet hat, möge Gott lohnen.
Ich lege Ihnen aber als unentbehrliche Grundlage unserer gemeinsamen Aufgabe die Organisation der Vereine ans Herz, wie sie jetzt ganz Deutschland umfaßt, damit unser gemeinsames Werk unerschütterlich unter allen Verhältnissen fortbestehe und in der Gegenwart wie in der Zukunft Gott zur Ehre und zum Besten des Vaterlandes diene. Ich danke Ihnen Allen von ganzem Herzen.”
[Pflichtbewusstsein bis ins hohe Alter]
Das darf man Königliche Gedanken nennen! Wenn auch ihre groß angelegte Natur für große Zeiten geschaffen und großen Zeitbegebenheiten gewachsen war, so war doch ihr ganzes Empfinden ein durch die kriegerische Epoche, die sie durchlebte, oft tief und schwer getroffenes. Was sie unter Lorbeeren gelitten hat, hat sie wenigen offenbart. Es ist, als habe sich ihre geistige Kraft in jenen Tagen für die späteren Zeit verdoppelt, in denen sie, einer dornenvollen Aufgabe mühevoll entsprechend, alle Eindrücke der Kehrseite glänzender Erfolge in ihr wundes Herz verschloß. Denn wie sie den Titel der Kaiserin nicht früher sich geben ließ, als bis der siegreiche Kaiser aus dem Felde zurückgekehrt war, so blieb sie auch auf der Höhe der
Das Wort der heiligen Schrift, welches ihrem Gemüte stets Fassung, Mut und Trost gewährte, war der Spruch Römer XII:
Seid fröhlich in Hoffnung,
Geduldig in Trübsal,
Haltet an am Gebet.[55]
Sie war eine jener großen Erscheinungen, welche die Überlieferung vergangener Zeiten, das heißt, das gut und dauerhaft Begründete derselben durch eine großartige Willenskraft sowie durch eine nie versagende Ausdauer lebendig zu erhalten verstehen. Eine hohe und ernste Auffassung ihres Lebensberufes, welche sie von der Kindheit her besaß, hat sie als ihr innerstes Eigentum stets bewahrt, und darin lag ihre Charaktergröße, daß sie trotz der vielen Erschütterungen, troß der umgestaltenden Eindrücke, unter denen sie gelebt hat, mit seltenem Zartgefühl und mit klarem Verstande die Grundlagen ihrer Anschauungsweise festhielt, ohne im Wechsel der Begebenheiten je= mals in einen Gegensatz zu dem fortschreitenden Entwickelungsgang ihrer Zeit zu geraten.
Hatte ihr Auftreten für das gegenwärtige Geschlecht oft wie etwas aus schon vergangenen Tagen Anmutendes, so war dies allein für die Form maßgebend, der sie in allen Dingen besonderen Wert beilegte und die sehr häufig den ganz bestimmten Stempel ihrer Persönlichkeit trug. Inhaltlich hat ihr Denken, Empfinden und Wollen der Gegenwart ganz angehört, soweit sie als Kaiserin, als Königin und als Frau auf der Höhe des Lebens durch Beispiel oder That an dem Gange der Ereignisse sich zu beteiligen oder im täglichen Leben den Anforderungen des Augenblicks gerecht zu werden berufen war. Gewiß betrat die
hohe Frau selten oder nie andere Bahnen als solche, auf denen eine gegebene oder geschaffene Pflicht ihr entgegen zu leuchten schien, jedoch wäre es eine irrtümliche Annahme, ihre Teilnahme für die Wohlthätigkeit nur auf diesen Beweggrund zurückzuführen. Sie hatte in ihrem innersten Innern auch einen wahrhaft barmherzigen Sinn. Denn wenn einerseits ihre Auffassung von der vorbildlichen Aufgabe des Fürstentums sie erkennen ließ, daß die Fürsorge für wohlthätige und
gemeinnützige Zwecke eine offenkundige sein müsse, wie sie dies schon von ihrer Mutter durch deren Begründung des patriotischen Instituts der Frauen-Vereine im Großherzogtum Sachsen — dieses Veteranen unter den Vereinen — gelernt, so gewährte ihr doch andererseits keine Wohlthat größere Freude und tiefere Befriedigung als eine im Verborgenen gespendete oder die Abhilfe einer selbst erkannten Not. Es wurde mit den Jahren immer verantwortungsvoller, dasjenige unter den zahlreichen Bitten und Gesuchen zu bestimmen, was zweifellos ihrer eigenen Entscheidung zu unterbreiten war. Denn die wertvollen Kräfte nahmen stetig ab, die Dauer der Leistungsfähigkeit wurde immer geringer, und wie vielen Zwecken hatten diese Kräfte noch zu dienen, wie vieler Liebe sollte dieses Leben
Noch mehr als die Erfüllung einer ausgesprochenen Bitte gewährte die eigene Entdeckung eines zu heilenden Leids der fürstlichen Frau eine besondere Genugthuung. Keine Gabe ihres letzten Weihnachtens hat sie nachhaltiger erfreut als der einfache Dankes-Brief eines Schlangenbader Kindes, dessen Augenleiden sie selbst erkannt hatte und welches ihrer Freigebigkeit seine Heilung verdankt.
[Mädchenheim des Kaiserin-Augusta-Vereins für deutsche Töchter]
War sie stets in vollem Maße Königin, im Purpur, für die Vorrechte, wie für die Verpflichtungen der Krone geboren, niemals war sie hinreißender, als wenn ihre innere Menschlichkeit, ihr weibliches Gemüt zum Durchbruch gelangte. Ganz ließ sie diese Seite ihres Wesens walten, wenn sie in Charlottenburg in der mit dem Kaiserin Augusta-Verein für deutsche Töchter während des letzten Krieges geschaffenen Erziehungs-Stiftung weilte. Hier entfaltete sich der ganze Reichtum ihres mütterlichen Herzens. Die Stiftung wurde begründet zunächst für die Töchter gefallener oder ihren Wunden erlegener Offiziere, Militär-Beamten oder Mitglieder der Krankenpflege. Die Zahl der Zöglinge beträgt 50—60, wovon die Hälfte Freistellen haben. Einige hundert Mädchen sind bisher aus diesem Hause hervorgegangen und haben in den verschiedensten Lebensstellungen die Grundsätze verwertet, welche sie hier in sich aufgenommen. Auch Ausländerinnen sind darunter, und es war der Protektorin erwünscht, wenn unter den zahlenden Zöglingen sich solche befanden, da sie von dem Verkehr der Kinder untereinander eine Erweiterung des Gesichts-Kreises, ein leichteres Verstehen fremder Anschauungen, ein sicheres Erkennen eigener Vorzüge und einen Gewinn im Erlernen fremder Sprachen erwartete. Wer das Haus betritt, sieht sich vom Geist der Begründerin umgeben. Harmonisch ohne Pedanterie, geschmackvoll ohne Luxus sind die Räume ausgestattet, und bis in's Kleinste sind die Anordnungen der Kaiserin Augusta bemerkbar.
Pietätvolle Weiterführung derselben ist unter dem gnädigen Schutz und liebevollen Anteil Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin gesichert. Aber die Tage sind vorüber, an denen die ehrwürdige Stifterin sich selbst in den Kreis der fröhlichen Schar begab, an denen sie mit feinem Verständnis dem Unterricht in verschiedenen Zweigen folgte oder die jugendlichen Seelen bei ihrem ersten Gang zum Tisch des Herrn mit ermahnendem Wort ins erschlossene Leben entließ, die Tage endlich, wo alle mit Ungeduld des Augenblicks harrten, wenn an sie die Reihe kommen würde, in das große, klare Auge zu sehen, das so mütterlich über ihnen wachte, das so liebevoll auf sie herabsah. Das ist nur noch ein Bild, eine teure Erinnerung, fortlebend in vielen dankbaren Herzen.
[Kaiserin-Augusta-Gymnasium]
Durch das Stift war ein besonderes Verhältnis zum Kaiserin-Augusta-Gymnasium[56] entstanden, welches einen Teil der Lehrkräfte für ersteres zu stellen berufen ist.
Alljährlich, noch im vorigen Jahre, hat die erlauchte Frau der Prüfung im Gymnasium beigewohnt, und auch im Gedächtnis früherer Schüler der Anstalt sind Begebenheiten bewahrt, die der landesmütterlichen Teilnahme der Kaiserin für die heranwachsende Jugend entsprechen.
[Augusta Fonds]
Ihre Bildung war die einer Tochter Weimars, reich, vielseitig und edel. Sie blieb stets der kosmopolitischen Richtung derselben getreu, und nicht zum mindesten war ihr in dem Roten Kreuz die international einende Bedeutung desselben sympathisch. Daß es ein Band unter den Nationen geben möchte, welches niemals zerreißt, welches auch dann noch fortbesteht, wenn die ultima ratio der Könige und Staaten in ihr unerbittliches Recht getreten ist, das war für sie die hehre Bedeutung dieses Wahrzeichens. Sie war daher auch stets bemüht, die Solidarität der Gesellschaften unter einander in Friedenszeit zu pflegen, und es ging kaum ein Anlaß vorüber, den sie nicht ergriff, um durch eine That dieser Überzeugung Ausdruck zu verleihen.
In dieser Absicht spendete sie bei den internationalen Konferenzen[57] der Gesellschaften[58] Preise und bei größeren Kalamitäten Gaben an das Rote Kreuz nach Amerika, Belgien, nach der Schweiz, nach Ungarn, nach Österreich und anderen Ländern. Von der Wahrnehmung durchdrungen, in wie hohem Grade diese fortwährend anregende Thätigkeit der Kaiserin für die Entwickelung der Sache des Roten Kreuzes förderlich gewesen ist, hat das internationale Komitee desselben in Genf eine Aufforderung an die Gesellschaften der großen Staaten zu Beiträgen erlassen, aus denen ein internationalen Zwecken der Verwundeten- und Krankenpflege schon im Frieden dienendes Kapital gebildet und durch den Namen „Augusta-Fonds” bezeichnet werden soll.[59]
[Wirken in Österreich]
Schöner konnte an der Wiege des Werkes das Andenken derjenigen nicht geehrt werden, welche die unermüdliche, einsichtsvolle Beschützerin, die treue Freundin desselben von der ersten Stunde an gewesen ist. Ihr Verhältnis zum österreichischen Roten Kreuz war ein ganz besonderes, indem sie seit 1868 Ehrenmitglied dieser Gesellschaft war, ein Titel, auf den sie großen Wert legte. Wie überhaupt ihre Gefühle für die österreichisch-ungarische Monarchie und ihr Staats-Oberhaupt sehr innige waren, die sich niemals verleugneten, so sah sie auch die dortigen humanitären Bestrebungen als etwas ihr näher Stehendes an, und so ist ihr Name in den Annalen des Rudolfiner Hauses[60] in Wien[61], des Elisabeth-Spitals[62] in Pest[63] wie auch der Wiener Freiwilligen Rettungs-Gesellschaft[64] verzeichnet. Diese letztere war ihr stets vorschwebend, wenn sie sich mit der Vervollkommnung des Berliner Sanitäts-Wachen-Wesens beschäftigte. Ihrer Unermüdlichkeit ist es zu danken, daß dasselbe sich aus schwachen Anfängen nunmehr zu einer Vereins-Organisation erweitert hat, die bei größerer Beteiligung der Einwohnerschaft bald auf die Höhe ihrer Aufgabe gelangen würde. Daß eine Großstadt eines Instituts nicht entbehren kann, welches für die erste Hilfe bei Unglücksfällen sorgt, sollte keiner Darlegung bedürfen. Indessen hat sich die Überzeugung davon nur langsam
[Kunst und Kultur]
Ihre Stellung zu den schönen Künsten und zur Litteratur gehört nicht in den Kreis dieser Betrachtungen. Erwähnt sei nur, daß bei wachsender Inanspruchnahme ihrer Zeit und Kräfte die Kunst ihr immer mehr als das ihrem Sohn und seiner erlauchten Gemahlin in vollem Umfang eigentümliche Gebiet erschien. Am Arm ihres Sohnes ist sie zuleht in den Museen gewesen. Ganz hat sie aber auch diese Beziehungen nicht gelöst, vielmehr gezeigt, daß ihr Haus den Vertretern der Kunst nie verschlossen war.
In der Litteratur war ihr Geschmack ein ihrem vielseitigen Bildungsgrade entsprechender und Beschäftigung mit derselben in der deutschen wie in der französischen Sprache ein Bedürfnis, die letzte ihr gebliebene Zerstreuung eines rastlos thätigen Geistes. An anderer Stelle wird von berufener Seite dieser Teil ihres Wesens entsprechende Beleuchtung einmal finden, denn sie war bis zuletzt mit hervorragenden Litteraten Deutschlands und Frankreichs in Verkehr.
Nicht das letzte Wort, aber der lezte Wunsch der Sterbenden war die Wieder-Aufnahme der Arbeit. Sie hat viel und mit Anstrengung in ihrem bewegten Leben gearbeitet, viel und oft über das Maß ihrer Kräfte hinaus. Denn sie verstand die Lebens-Aufgabe nur in der Erfüllung anvertrauter Pflichten, und da ihre Ziele hoch und ihr Gesichtskreis weit waren, so erfüllte sie auch ein ausgedehntes Pflichtbewußtsein, dessen Kreise sie stets zu erweitern bestrebt war. Aber nicht den geringsten Aufwand von Arbeit hat sie in einem langen, mühsamen Leben an sich selbst geübt. Wenn Goethe[1] von Karl August von Sachsen-Weimar[65] sagt: „Es kam bei ihm alles, wie aus einer einzigen, großen Quelle”, so hatte sie dieses Erbteil ihres Ahnen nicht mit überkommen.
[Treue als besonderes Persönlichkeitsmerkmal]
Sie hatte oft mit großen inneren Widersprüchen zu kämpfen, es waren leidenschaftliche Empfindungen, die in ihr sich regten, und sie gelangte erst wieder zur Ruhe, wenn sie deutlich erkannt hatte, wohin der Weg der schwersten Pflicht sie führe. Dann war ihr Schritt sicher und fest, und sie achtete der Gegensätze nicht mehr, die Zeit und Umstände so viel in ihren Weg gelegt. Und doch fehlt dem Bilde nicht ein großer einheitlicher Zug, der durch dieses ganze königliche Leben geht. So ernst es vielfach war, so streng auch oft die Auffassung des fürstlichen Berufs erscheint, der menschlich schöne Zug der Treue kehrt immer wieder. Vor allem hatte sie jene Treue, welche die Grundlage jeder anderen ist: sie war treu gegen sich selbst. Was die Heimatluft, was das Elternhaus, was hauptsächlich die bedeutende Mutter in ihre Seele gelegt, das hat sie festgehalten bis ins Alter, das war für vieles die Nichtschnur geblieben, die maßgebend ihre Handlungsweise bestimmte.
Sie blieb auch dann ihrer Überzeugung getreu, wenn diese längst im Widerspruch mit der Anschauung des Augenblicks, denn sie unterschied sehr bestimmt zwischen einer solchen und dem, was wirklich eine Anforderung der Zeit. Der
„Ältestes bewahrt mit Treue,
Freundlich aufgefaßt das Neue”
bezeichnete in dieser Hinsicht ihren Standpunkt.
Ihre Treue für die Ihrigen ist einer der Züge, die offen vor aller Welt liegen. Wie sie das Andenken ihres Gemahls gepflegt, wie sie ihre Muttertreue nach dem schmerzvollen Verlust des einzigen Sohnes der Tochter doppelt gewidmet, bedarf keiner Worte. In der Familie, in der Freundschaft, wie gegen ihre Umgebung war sie auch dann noch treu und dankbar, wenn Alter, Gebrechlichkeit oder örtliche Trennung ein solches Verhältnis beeinträchtigt oder der Tod dasselbe gelöst hatte. Wer sich ihrer Treue nicht selbst begeben, besaß sie für immer. Auch die Orte, an denen sie viel geweilt, wie Baden[66], Weimar[67] und Koblenz[68], haben in reichem Maße ihre Treue erfahren.
[Persönliche Bedeutung von Koblenz]
Man kann den Namen Koblenz nicht ohne Wehmut nennen, denn er umfaßt ein großes Stück des Lebens der Heimgegangenen.
Er war ihr das, was in einem vielbewegten, sorgenreichen Dasein ein freundliches Stück Erde bedeutet, wo die Erinnerungen glücklicher Stunden die Vergangenheit stets wieder zur Gegenwart machen, wo ein geheimes Etwas dem Örtlichen eine besondere Gewalt verleiht.
Was sie hier in unermüdlicher Hingebung geschaffen, wie sie Verbindungen mit dem Grundbesitz, mit den kirchlichen, den gelehrten, den industriellen, den staatlichen Kreisen, mit allen werkthätigen Elementen der Rhein-Provinz[69] von hier aus angeknüpft, wie sie die geschichtlichen Überlieferungen gepflegt hat, kann in dem Rahmen dieser Darlegung nicht aufgenommen werden. In ihrem Denken und Wirken hatten die Rheinlande ein besonderes Vorrecht. Hier auch war es, wo ein mehr als fünfundzwanzigjähriges Band ein schönes Verhältnis fördernder und anerkennender Fürsorge zu dem 4. Garde-Grenadier-Regiment „Königin”[70] geschaffen, wo endlich landesmütterliche Obhut barmherzige Orden in den Bereich wirksamen Schuhes gezogen hatte.
[Auszeichnung für weibliche Dienstboten]
In wie hohem Maße sie selbst die Treue im Dienste schätzte, beweist die Stiftung des goldenen Kreuzes, welches mit einem eigenhändig vollzogenen Diplom für vierzigjährige, tadellose Dienste weiblicher Dienstboten von ihr verliehen wurde. Dasselbe ist seit 1877 in 1655 Fällen zur Verleihung gelangt. Ebenso ehrte sie die treue Pflichterfüllung beim Dienst-Personal der Berliner Volks-Küchen durch Geld-Prämien und alljährlich ließ sie sich diejenigen Feuerwehrleute in Berlin vorstellen, welche innerhalb Jahresfrist sich besonders im Dienste durch Pflichttreue ausgezeichnet hatten.
[Krankheit, Sterben und Tod]
Hat sie Treue gesäet, so hat sie Treue geerntet. In ihrer letzten Stunde ging die wehe Klage weinender Treue durch alle Räume des Hauses, und umgeben von der ausharrenden Treue der Ihrigen, gepflegt von der bewährten Treue
Sie hat ein schweres Kreuz getragen durch ihre ernsten, sich mehrenden Leiden, zu denen in den letzten Jahren die Verluste sich gesellten, die sie mit den Ihren und dem Vaterlande Schlag auf Schlag erlitt.
Sind Leiden schon an und für sich eine schmerzliche Heimsuchung, so bilden sie im Glanz des Thrones und in einer Lebenslage, in der so hohe Anforderungen an immer bereite Kraft und Ausdauer gestellt werden, einen kaum zu überwindenden Gegensatz. Sie hat ihn überwunden, sie hat dieses Kreuz getragen nach Heldenart, mit schwach und schwächer werdenden Schultern, aber mit wachsendem Gottvertrauen, sie hat es getragen mit schon zitternden Händen, aber mit nie wankendem Mut; sie hat es noch getragen mit siechem, gebrochenem Körper, aber auf Flügeln des Geistes!
[Aufruf an Frauen zur Förderung des Roten Kreuzes]
Wenn die deutschen Frauen sich über das Grab hinaus dankbar erweisen wollen für das Vorbild ihrer ersten Kaiserin, so mögen sie in Scharen beitreten dem Werke der Menschenliebe, der vereinten Hilfsbereitschaft in Friedenszeit wie in Kriegsnot. Und wenn dieser Bund, der das Goldstück des Reichen mit dem Pfennig des Armen, der Bekenntnisse, Stände und Stämme, der Männer und Frauen vereint in gleichem Wert und zu gleichem Streben, wenn dieser Bund, der „keine Grenzen kennt, die Menschenhand gezogen”, zur Ehrensache geworden sein wird im deutschen Volk, wie es ihr Lieblingsgedanke war, dann wird das Kreuz, dessen edle Trägerin nun Frieden gefunden hat, von unzähligen Schultern aufgenommen und in unzähligen Herzen getragen werden von Geschlecht zu Geschlecht.
[Schlussworte]
Erläuterungen
- ↑ Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832).
- ↑ Maria Pawlowna Romanowa (1786–1859), Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, Mutter von Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890).
- ↑ 9. März 1888.
- ↑ Wilhelm I. (1797–1888).
- ↑ Entweder handelt es sich um einen Schreibfehler, und eigentlich sollte hier Hauses statt Hanses stehen, oder es ist metaphorisch an die Hanse angelehnt.
- ↑ Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890).
- ↑ Bodo von dem Knesebeck (1851–1911) war von 1887 bis 1890 war Kammerherr und Kabinettssekretär der Kaiserin, begleitete sie also in ihren letzten Jahren.
- ↑ Siehe Artikel Vaterländischer Frauenverein (1866–1937).
- ↑ Der Frauen-Lazarett-Verein war unter anderem der Träger des Kaiserin-Augusta-Hospitals in Berlin.
- ↑ Siehe Artikel Centralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz (1879–1921).
- ↑ Siehe Artikel Preußischer Landesverein vom Roten Kreuz (1890–1937).
- ↑ Der Deutsche Krieg war eine militärische Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Bund (1815–1866) unter Führung Österreichs einerseits und Preußen sowie dessen Verbündeten andererseits. Der Krieg dauerte vom 14. Juni bis 23. August 1866 und wurde von Preußen gewonnen.
- ↑ Der Krimkrieg war ein von 1853 bis 1856 dauernder militärischer Konflikt zwischen dem Russischen Kaiserreich (1324–1861) einerseits und dem Osmanischen Reich (1299–1922) sowie dessen Verbündeten Frankreich, Großbritannien und seit 1855 auch Sardinien-Piemont (1324-1861) andererseits.
- ↑ Siehe Provinz (Preußen) (Wikipedia).
- ↑ In 1867 gab es in Ostpreußen durch schlechtes Wetter eine Missernste, die in 1867 und 1868 zu einer humanitären Katastrophe führte.
- ↑ Am 2. Juni 1878 verübte Karl Eduard Nobiling (1848–1878) ein Attentat auf Wilhelm I. (1797–1888), also den Ehemann der Kaiserin, bei dem dieser zwar schwer verletzt wurde, doch überlebte. Daher ist unklar, ob dieses Ereignis gemeint ist.
- ↑ Der Deutsch-Französische Krieg vom 19. Juli 1870 bis zum 10. Mai 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits. Frankreich verlor den Krieg, trat den Großteil des Elsass und einen Teil von Lothringen ab, woraus das kurzlebige Reichsland Elsaß-Lothringen (1871–1918) geformt wurde, und das Deutsche Kaiserreich (1871–1918) entstand.
- ↑ Siehe Artikel Protektorat.
- ↑ Siehe Artikel Centralkomitee des Preußischen Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger (1864–1890).
- ↑ Siehe Kaiserswerther Diakonie (Wikipedia)..
- ↑ Siehe Artikel Schlacht von Solferino
- ↑ Siehe Artikel Eine Erinnerung an Solferino.
- ↑ Siehe Artikel Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde (1864).
- ↑ Am 4. Januar 1865 ratifizierte Preußen als zweiter deutscher Staat das erste Genfer Abkommen von 1864, also Genfer Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde. Zu dieser Zeit war Wilhelm I. (1797–1888) noch nicht Kaiser des Deutschen Reichs (1871–1945), sondern nur König von Preußen. Daher wird er hier als Wilhelm (König) und nicht als Wilhelm I. (König und Kaiser) bezeichnet.
- ↑ Siehe Revolutionen 1848/1849 (Wikipedia).
- ↑ Siehe Artikel Landesverein.
- ↑ Das Rauhe Haus ist eine 1833 gegründete wohltätige Stiftung in Hamburg, die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland und zur Diakonie Deutschland gehört.
- ↑ Siehe Artikel Hamburg (Stadt).
- ↑ Siehe Artikel Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst.
- ↑ Albrecht von Roon (1803–1879).
- ↑ Georg von Kameke (General, 1817) (1817–1893).
- ↑ Paul Bronsart von Schellendorff (1832–1891) und Walther Bronsart von Schellendorff (1833–1914).
- ↑ Alwin von Coler.
- ↑ Siehe Russische Grippe (1889–1895) (Wikipedia).
- ↑ Helmuth von Moltke (Generalfeldmarschall) (1800–1891).
- ↑ Leonhard von Blumenthal (1810–1900).
- ↑ Der Chirurg Wilhelm Busch (1826–1881) operierte die Kaiserin 1881, nachdem sie in Koblenz verunfallt war.
- ↑ Karl Lueder, Die Genfer Convention. Historisch und kritisch-dogmatisch mit Vorschlägen zu ihrer Verbesserung, unter Darlegung und Prüfung der mit ihr gemachten Erfahrungen und unter Benutzung der amtlichen, theilweise ungedruckten Quellen bearbeitet, Erlangen 1876.
- ↑ Friedrich von Esmarch, Handbuch der Kriegschirurgischen Technik. Eine gekrönte Preisschrift, Hannover 1877.
- ↑ Siehe Artikel Döcker'sche Baracke.
- ↑ Richard von Volkmann (1830–1889).
- ↑ Bernhard von Langenbeck (1810–1887).
- ↑ Siehe Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (Wikipedia).
- ↑ Siehe Berliner Medizinische Gesellschaft (Wikipedia).
- ↑ Siehe Royal College of Surgeons of England (Wikipedia).
- ↑ Das Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin wurde erst 1915 eröffnet. — BDC.de, 100 Jahre Langenbeck-Virchow-Haus, 1. November 2015.
- ↑ Die III. Internationale Konferenz des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds, die damals noch Conférence internationale de la Croix-Rouge hieß, fand vom 1. bis 6. September 1884 in Genf statt
- ↑ Siehe Antisepsis (Wikipedia).
- ↑ Otto von Bismarck (1815–1898).
- ↑ Friedrich von Criegern (1834–1895).
- ↑ Friedrich II. (1712–1786, auch bekannt als: Friedrich der Große).
- ↑ Siehe Preußische Akademie der Wissenschaften (Wikipedia).
- ↑ Ernst Curtius (1814–1896).
- ↑ Siehe Artikel Königsberg.
- ↑ Brief des Paulus an die Römer (Römerbrief), Kapitel 12, Vers 12.
- ↑ Siehe Ludwig-Cauer-Grundschule (Wikipedia)..
- ↑ Siehe Artikel Internationale Konferenz des Roten Kreuzes.
- ↑ Siehe Artikel Nationale Gesellschaft.
- ↑ Der Augusta Fonds bestand von 1890 bis 2015.
- ↑ Siehe Rudolfinerhaus (Wikipedia).
- ↑ Siehe Artikel Wien.
- ↑ Evtl. ist das Elisabethinum gemeint.
- ↑ Die ehemalige Stadt Pest gehört heute zu Budapest.
- ↑ Siehe Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft (Wikipedia)..
- ↑ Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828).
- ↑ Siehe Artikel Baden-Baden.
- ↑ Siehe Artikel Weimar.
- ↑ Siehe Artikel Koblenz.
- ↑ Siehe Rheinprovinz (Wikipedia).
- ↑ Siehe Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 (Wikipedia).
