Sanitätsdienst

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Der Begriff Sanitätsdienst steht im Deutschen Roten Kreuz für unterschiedliche Aufgaben, denen gemein ist, dass verletzten oder akut erkrankten Menschen medizinisch geholfen wird. Charakteristisch für den Sanitätsdienst ist die ambulante Hilfe. Er leistet außerhalb eines Krankenhauses oder einer Arztpraxis zeitnah erweiterte Erste Hilfe, d.h. er gehört nicht zum Gesundheitssystem, sondern ist diesem vorgeschaltet.

Der Sanitätsdienst der Bereitschaften ist ein Hauptaufgabenfeld. Sanitätsdienstliche Tätigkeiten und der Bedarf an entsprechender Qualifizierung gibt es auch in der Bergwacht, im Jugendrotkreuz und in der Wasserwacht.

Aufgabenbereiche

Katastrophenschutz

Das DRK stellt für den Katastrophenschutz eigene Einsatzformationen auf (organisationseigener Katastrophenschutz) und es beteiligt sich mit Personal und Material an öffentlichen Einsatzformationen. Dieses Einsatzpotential wird häufig auch für Großschadensereignisse unterhalb des sehr seltenen Katastrophenfalls eingesetzt. Dieser Aufgabenbereich wird daher auch allgemeiner als nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr bezeichnet.

Sanitätswachdienst

Bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen ist ein Sanitätswachdienst vor Ort, um bei gesundheitlichen Notfällen schnell helfen zu können und damit den Rettungsdienst und die Krankenhäuser zu entlasten. Der Sanitätswachdienst kommt vorsorglich zum Einsatz, ohne dass bereits ein Notfall eingetreten ist. Er wird als privatwirtschaftliche Dienstleistung typischerweise von Kreisverbänden und Ortsvereinen angeboten.

Bundeswehr

Als Nationale Gesellschaft ist das DRK verpflichtet, den Sanitätsdienst der Bundeswehr zu unterstützen. Es stellt damit neben den Reservisten die zweite Reserve der Bundeswehr dar. Die Verpflichtung ist in Deutschland seitens des Staates im DRK-Gesetz[1] und seitens des Roten Kreuzes in allen Vereinssatzungen festgeschrieben. Um den Schutz der Genfer Abkommen zu genießen, müssen die bei der Bundeswehr eingesetzten DRK-Helfer den Militärgesetzen und -vorschriften unterstellt werden.[2]

Schulsanitätsdienst

Die seitens des DRK in der Regel vom Jugendrotkreuz getragenen Schulsanitätsdienste leisten Erste Hilfe in der Schule. Es handelt sich um Schüler, die ihren Mitschülern helfen. Die Organisation in der Schule kann zum Beispiel eine dauerhafte Arbeitsgemeinschaft oder auch Wahlpflichtunterricht sein, möglicherweise kombiniert mit einem Angebot der Ganztagsschule.

Helfer-vor-Ort

Wenn ein Notruf für den Rettungsdienst eingeht, dann werden — vor allem im ländlichen Gebieten — ehrenamtliche Voraushelfer (Helfer-vor-Ort) zum Einsatzort geschickt, wenn sie vor dem professionellen Rettungsdienst eintreffen können. Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Stillständen verbessern sich dadurch die Überlebenschancen des Betroffenen.

Bergrettungsdienst

Die Bergwacht ist der Rettungsdienst für unwegsame Gelände, der Bergrettungsdienst, vor allem in den deutschen Mittelgebirgen. Zur Grundausbildung der aktiven Angehörigen der Bergwacht gehört daher eine Sanitätsausbildung, die um die Besonderheiten des Bergrettungsdienstes erweitert ist.

Wasserrettungsdienst

Die Hilfe bei Notfällen am und auf dem Wasser durch die Wasserwacht, der Wasserrettungsdienst, beschränkt sich nicht auf Erste Hilfe, sondern schließt immer auch sanitätsdienstliche Maßnahmen ein. Daher sind Elemente der Sanitätsausbildung in der Qualifizierung der Wasserretter enthalten, und Bootsführer der Wasserwacht müssen eine Sanitätsausbildung abgeschlossen haben.

Qualifikationsstufen

Bezeichnung Voraussetzung Ausbildung Umfang / UE Dauer
Ersthelfer Keine Rotkreuzkurs 9 1 Tag
Sanitäter Ersthelfer Sanitätsausbildung 48 6 Tage
Rettungssanitäter Hauptschulabschluss Fortbildung 520 3 Monate
Notfallsanitäter Realschulabschluss Berufsausbildung 4600 3 Jahre
Gesundheits- und Krankenpfleger Realschulabschluss Berufsausbildung 4600 3 Jahre
Arzt Hochschulreife Studium >5500 6-7 Jahre
Facharzt Arzt Fortbildung offen 5-6 Jahre

Diese Darstellung ist verkürzt und vereinfachend.

Einzelnachweise