Kreisauskunftsbüro

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Allgemeines

Das Kreisauskunftsbüro (KAB) ist der ehrenamtlich getragenene Teil des DRK-Suchdienstes. Die Gruppen bestehen auf Ebene eines Kreisverbands. Seit 2010 gehören sie als Fachdienst Suchdienst zu den Bereitschaften, und seit 2013 sind sie eine ihrer vier Schwerpunktaufgaben. In vielen Bundesländern sind die KABs als Einsatzformationen in den staatlichen Katastrophenschutz integriert, darüber hinaus bilden sie die personelle Basis für das Amtliche Auskunftsbüro.

Einsatzanlässe

Das KAB kann bei Großveranstaltungen, bei kleineren und größeren Schadensereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle, im Katastrophenfall und im Verteidigungsfall zum Einsatz kommen. Je nach Situation, Rechtslage und Einbindung wird das KAB im öffentlichen Auftrag einer Kommune, eines Bundeslandes oder der Bundesregierung tätig. Es kann als organisationseigener Katastrophenschutz durch die staatlich garantierte Unabhängigkeit der Nationalen Gesellschaft auch aus eigener Initiative aktiviert werden.

Um Vermisstenfälle aus dem Alltag, sofern sie nicht von der Polizei bearbeitet werden, kümmert sich der hauptamtliche Teil des Suchdienstes, unter anderem in den Suchdienst-Beratungsstellen.

Aufgaben

Das Kreisauskunftsbüro sammelt Daten über Betroffene aller Art ein, die von den anderen im Einsatz befindlichen Fachdiensten (Betreuungsdienst, Sanitätsdienst und Rettungsdienst) sowie Krankenhäusern, Behörden und weiteren Einrichtungen erhoben wurden. Die Daten werden geordnet und — in der Regel hybrid — erfasst. Hybrid bedeutet, dass die Daten sowohl auf Papier in einer Handkartei (Karteikasten oder Aktenordner) als auch im System Xenios gespeichert werden.

Eine weitere Aufgabe ist die Annahme von Suchanfragen, die persönlich, telefonisch oder online (z.B. per E-Mail) eingehen. Dabei wird den suchenden Menschen psychosozialer Beistand geleistet, ggf. werden weitere Soforthilfen wie der Kriseninterventionsdienst vermittelt.

Wenn eine Suchanfrage geklärt werden konnte, dann informiert das Kreisauskunftsbüro den suchenden Menschen zeitnah über den Verbleib der gesuchten Person. Die Auskunft lindert sein Leid. Mitteilungen über den Tod überbringt das KAB im Friedensfall nicht, sondern überlässt das behandelden Ärzten, dem Kriseninterventionsdienst oder der Polizei.

Neben diesen Kernaufgaben kann ein Kreisauskunftsbüro beispielsweise bei der Registrierung von Betroffenen, einschließlich Einsatzkräften, unterstützen, oder für allgemeine Auskünfte an die Bevölkerung einen telefonischen oder persönlichen Informationsdienst einrichten.

Organisation

Die KABs haben eine bundesweit einheitliche Organisation und Ausbildung, um reibungsfrei zusammenarbeiten zu können. Das unterscheidet sie von allen anderen Fachdiensten der Bereitschaften. Dank der Vernetzung durch Xenios und virtuelle Telefonanlagen können die Kreisauskunftsbüros einander unterstützen, ohne ihren Standort zu verändern. Der Organisationsaufbau ist gewohnt föderal, ist jedoch parallel zu den Strukturen der Bereitschaften:

Wenn ein Kreisauskunftsbüro in den Katastrophenschutz eingebunden ist, dann fügt es sich als Einsatzformation in die entsprechenden internen und externen Führungsstrukturen ein.

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