Suchdienst

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Der Suchdienst (selten: SD) des Deutschen Roten Kreuzes hilft Menschen, die den Kontakt zu Angehörigen und anderen ihnen nahe stehenden Personen verloren haben. Zu den Suchenden können auch Nachfahren zählen, die Gewissheit über den Verbleib eines mutmaßlich verstorbenen Familienangehörigen erhalten möchten. Die Aufgaben des Suchdienstes werden, je nach Anlass für die Suche, hauptamtlich und ehrenamtlich wahrgenommen. Der DRK-Suchdienst nimmt auch staatliche Aufgaben wahr, die ihm durch das DRK-Gesetz oder Verordnungen der Bundesländer übertragen worden sind.

Ungewöhnlich für die Kultur des DRK ist es, dass der föderalen Struktur zum Trotz der Suchdienst eine durchgängig funktionierende Führung und einheitliche Prozesse, Qualifizierungen und generell Standards hat. Das liegt daran, dass er eigene Berichtswege pflegt und staatliche Aufgaben des Bundes wahrnimmt.

Ehrenamtlicher Suchdienst

Der weitgehend ehrenamtlich getragene Teil des Suchdienstes sind die Kreisauskunftsbüros. Dabei handelt es sich um Gruppen, die es in ungefähr der Hälfte aller Kreisverbände gibt und zu den Bereitschaften gehören. Sie helfen bei besonderen Ereignissen, getrennte Menschen wieder zusammenzuführen, zum Beispiel bei Katastrophen, Großschadensereignissen und Großveranstaltungen. Außerdem stellen die KABs die personelle Basis des Amtlichen Auskunftsbüros, mit dem durch Gesetzt das DRK beauftragt ist. Koordiniert werden sie von den 19 Landesauskunftsbüros (LABs) in den Landesverbänden. Die LABs haben hauptamtliche Leitungen.

Hauptamtlicher Suchdienst

Hauptamtlich werden Alltagsfälle, internationale Suchen, Suchen nach Spätaussiedlern und noch bis Ende 2023[1] Vermisstenfälle des zweiten Weltkriegs bearbeitet. Ein großes Aufgabenfeld stellen auch die Beratung im Rahmen des Spätaussiedleraufnahmeverfahrens und zur Familienzusammenführung von Flüchtlingen dar. Im geringeren Umfang fallen Aufgaben im Familienschriftwechsel an, z.B. von und an Kriegsgefangene; dabei handelt es sich um die Aufnahme oder Zustellung von Rotkreuz-Nachrichten. In der Fläche gibt es ca. 90 Beratungsstellen (2016) in Kreisverbänden und die Standorte in München und Hamburg des Bundesverbands.[2] Die Leiter der Landesauskunftsbüros koordinieren auch die Tätigkeiten der Suchdienst-Beratungsstellen in ihrem Landesverband.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. ZEIT ONLINE, DRK stellt Suche nach Weltkriegs-Vermissten ein, 5. Juli 2017.
  2. Deutsches Rotes Kreuz, Zahlen und Fakten, DRK-Generalsekretariat, Suchdienst-Leitstelle, Juni 2017.