Vaterländischer Frauenverein

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Entstehung

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Der Vaterländische Frauenverein (VFV) bzw. Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz hieß in Langform Deutscher Frauenverein zur Pflege und Hilfe für Verwundete im Kriege und wurde am 11. November 1866 in der Gegenwart von Henry Dunant (1828–1910) gegründet. Der preußische Verein stand bei seiner Gründung unter der Schirmherrschaft von Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890), der damaligen Königin von Preußen.[1]

Aufgaben

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Der Vaterländische Frauenverein unterschied sich von seiner Schwesterorganisation, dem Centralkomitee des Preußischen Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger (1864–1890) bzw. dem Preußischen Landesverein vom Roten Kreuz (1890–1937), nicht nur dadurch, dass sich Frauen statt Männern engagierten, sondern auch hinsichtlich der Aufgaben. Während sich der Männerverein zunächst ausschließlich auf die Hilfe im Kriegsfall konzentrierte, schloss der Frauenverein auch gleich Aufgaben in Friedenszeiten ein, vor allem in der Gesundheitsfürsorge und der Wohlfahrtspflege.

Weitere Entwicklung

Der Vaterländische Frauenverein gründete zusammen mit sechs anderen deutschen Frauenvereinen vom Roten Kreuz am 12. August 1871 in Würzburg den Verband der Deutschen Frauenvereine vom Roten Kreuz.[2]

Auflösung

Am 9. Dezember 1937 wurde der Vaterländische Frauenverein (1866–1937) im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung zusammen mit allen anderen Gliederungen des damaligen Deutschen Roten Kreuzes per Gesetz aufgelöst und in die bis 1945 bzw. 1946 bestehende De-Facto-Behörde Deutsches Rotes Kreuz (1937–1945/46) überführt.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Dieter Riesenberger, Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864–1990, Paderborn 2002 (ISBN 978-3506772602), Seite 48.
  2. a.a.O., Seite 63.