Vom Willen zum Helfen beseelt (1941)
Dieser Artikel ohne Autorenangabe erschien am 2. November 1941 in der Zeitung Völkischer Beobachter (1920–1945), Nr. 306, auf Seite 6. Diese Zeitung war das publizistische Parteiorgan der NSDAP, und entsprechend ist dieser Beitrag einzuordnen. Er berichtet von einem Kreisappell in München durch die dortige Kreisstelle München-Stadt des damaligen Deutschen Roten Kreuzes (1938–1945/46), Landesstelle VII. Er ist weitgehend inhaltlos und berichtet hauptsächlich, dass die Veranstaltung am Freitag, den 31. Oktober 1941 stattfand und welche Redner mit welchen Funktionen und Diensträngen auftraten. Diese Art des Namedroppings ist recht typisch für propagandistische Texte in der Sprache des Nationalsozialismus, merklich auch beim DRK.
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Transkription
Die Bereitschaften der Kreisstelle[1] München-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes führten am Freitagabend im Festsaal des Studentenhauses einen Kreisappell durch, zu dem mit einer Reihe von Ehrengästen auch die Frauenschaftsleiterinnen erschienen waren. Nach Begrüßungsworten der Feldführerin[2] Hertha Mayer nahm die Bereitschaftsdienstleiterin[3] der Landesstelle[4] VII, DRK.-Oberfeldführerin[5] Elsbeth Rönnebeck[6], das Wort. Sie sprach von den Voraussetzungen für den Einsatz der Helferinnen an der Front, von dem großen seelischen Wert des Umganges dieser Frauen und Mädchen mit unseren Verwundeten und betonte, nicht materielle Vorteile, auch nicht die Aussicht auf Auszeichnungen seien der Ansporn für diese aufopferungsvolle Tätigkeit, sondern allein das große Verantwortungsgefühl.[7] Sie vermittelte weiter ein anschauliches Bild vom Einsatz der DRK.-Helferinnen in den Soldatenheimen in den besetzten Gebieten[8], in den Verpflegseinheiten auf den Bahnhöfen[9] und bei der Krankenpflege.
Der Kreisführer München-Stadt, DRK.-Oberstführer[10] Dr. Bauer, verwies in seinem Schlußwort auf die großen Leistungen des deutschen Volkes seit dem Jahre 1933[11].
Erläuterungen
- ↑ Siehe Artikel Kreisstelle.
- ↑ Siehe Artikel Feldführer.
- ↑ Die Bereitschaftsleiterin (nicht Bereitschaftsdienstleiterin) einer Landesstelle gehörte der Führungshauptabteilung (Hauptabteilung I) an und hatte die Stellung einer Hauptabteilungsleiterin. – Deutsches Rotes Kreuz, Dienstvorschrift für das Deutsche Rote Kreuz (DRKDv. Nr. 1), in: Felix Grüneisen, Das Deutsche Rote Kreuz in Vergangenheit und Gegenwart, Leipzig 1939, Seiten 275–287, Abschnitt Abschnitt C 2.
- ↑ Siehe Artikel Landesstelle.
- ↑ Siehe Artikel Oberfeldführer.
- ↑ Elsbeth Rönnebeck (Lebensdaten unbekannt).
- ↑ Das ist nationalsozialistische Propanda. Tatsächlich waren Rotkreuzschwestern im Sanitätsdienst bei der Wehrmacht neben Pflichterfüllung und Patriotismus auch durch Neugier und Abenteuerlust motiviert. Es handelte sich um eine bezahlte, hauptamtliche Tätigkeit; materielle Vorteile spielten auch sicher doch eine gewisse Rolle.
- ↑ Die Soldatenheime im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) waren Betreuungseinrichtungen der Wehrmacht, die Soldaten fernab der Front etwas Erholung bieten sollten, ohne sie aufwändig zurück in die Heimat schicken zu müssen. Sie wurden, außer durch die Wehrmacht selbst, auch durch NS-Organisationen einschließlich des damaligen Deutschen Roten Kreuzes (1938–1945/46) betrieben.
- ↑ Siehe Artikel Bahnhofsdienst.
- ↑ Siehe Artikel Oberstführer.
- ↑ Im Januar 1933 fand die Machtübernahme der NSDAP statt, womit der NS-Staat (1933–1945) und das Deutsche Rote Kreuz im Nationalsozialismus begannen.
