Interkulturelle Öffnung

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens
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Allgemeines

Das Projekt Interkulturelle Öffnung (IKÖ) wurde 2009 durch das Präsidium des Bundesverbands initiiert, das eine gleichnamige Steuerungsgruppe einsetzte. Ziel des Projekts war es, die Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund im Deutschen Roten Kreuz, sowohl im Ehrenamt als auch im Hauptamt, zu steigern. Es war eine Reaktion auf die Veränderungen des ehrenamtlichen Engagements und auf den Fachkräftemangel in einigen hauptamtlichen Bereichen. Darüber hinaus gebieten die Grundsätze der Unparteilichkeit und der Einheit, keine Bevölkerungsgruppe von der Mitwirkung im DRK strukturell auszuschließen.

Eine erste Bestandsaufnahme im Verband in 2011 bestätigte und objektivierte den Eindruck, der Anlass für das Projekt war: Im Hauptamt lag der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund bei ca. 12 %, im Ehrenamt sogar bei nur ca. 6 %.[1] Bei einem Anteil von seinerzeit ca. 20 % an der Bevölkerung war diese Bevölkerungsgruppe also im DRK deutlich unterrepräsentiert.

Aufgrund der föderalen Organisation mit unabhängigen Landesverbänden, Kreisverbänden und Ortsvereinen kann ein solches Projekt nicht direkt auf die Untergliederungen einwirken, sondern erhebt und analysiert den Ist-Stand, formuliert Ziele, entwickelt Werkzeuge, bieten Methodenbaukästen an und vernetzt diejenigen Gliederungen miteinander, die sich beteiligen möchten.

Das Projekt scheint nach einem letzten Sachstandsbericht in 2017 an Aufmerksamkeit verloren zu haben. Möglicherweise sind die Erkenntnisse und Methoden soweit in den Alltag eingesickert, dass es keiner gesonderten Förderung durch den Bundesverband mehr bedarf. Vielfalt kann inzwischen als Normalität betrachtet werden: In 2018 hatte 25,5 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund.[2]

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Elisabeth Vanderheiden (Hrsg.), Handbuch Interkulturelle Öffnung: Grundlagen, Best Practice, Tools, Göttingen 2014, Seite 402.
  2. Statistische Bundesamt, Bevölkerung. Migration und Integration.