Gemeinschaftsübergreifende Zusammenarbeit

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens
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Hintergrund

Die Rotkreuz-Gemeinschaften haben sich in den 1990er Jahren begonnen zu etablieren und damit auch klarer voneinander zu differenzieren. Infolge der deutschen Wiedervereinigung bildeten sich aus dem DRK der DDR fünf Landesverbände, die dann als neue Mitglieder in den Bundesverband aufgenommen wurden. Um der in den neuen Landesverbänden stark vertretene Wasserwacht einen angemessenen Status zu geben, wurde der bis dahin in den alten Landesverbänden Fachdienst Wasserrettungsdienst der Bereitschaften zu einer Gemeinschaft aufgewertet. Eine analoge Entwicklung hat die Wohlfahrts- und Sozialarbeit durchlaufen, und die Bergwacht war aufgrund ihrer Historie und ihrer spezieller Aufgaben immer schon recht eigenständig. Das das Jugendrotkreuz hat sich schon in den 1970er Jahren von wegbewegt, eine reine Nachwuchsorganisation zu sein und hat sich über eigene Aufgabenbereiche zu einer Rotkreuz-Gemeinschaft auf Augenhöhe entwickelt.[1] Das stetige Schrumpfen des gesamten Verbands und ungenutzte Synergien führten 2015 zur Überzeugung, dass die Zusammenarbeit zwischen den unabhängig voneinander agierenden Gemeinschaften wieder gestärkt werden müsste, und das Konzept Gemeinschaftsübergreifende Zusammenarbeit (GÜZ)) wurde auf Bundesebene entworfen.

Inhalte

In GÜZ geht es darum, dass die Gemeinschaften besser ihre jeweiligen Aufgaben verstehen, um sich gegenseitig zu unterstützen, einen regelmäßigen Informationsaustausch einzurichten und gemeinsame Projekte durchzuführen. Eine wichtige Komponente spielt auch die Nachwuchsgewinnung: Indem das Jugendrotkreuz mehr Kontakt zu den anderen Gemeinschaften hat, lernen die Kinder und Jugendlichen Aufgabenbereiche kennen, in denen sie ab häufig 16 und spätestens 18 Jahren mitwirken können.

Einzelnachweise

  1. Das markiert besonders gut ein inzwischen weitgehend vergessener Satz eines DRK-Präsidenten bei einer Bundestagung des JRK: Das Jugendrotkreuz ist das Saatgut für das Rote Kreuz und nicht die Baumschule für die Bereitschaften.