Bayerischer Invaliden-Unterstützungsverein

Nachschlagewerk über das Deutsche Rote Kreuz und die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung

Entstehung

Der Bayerische Invaliden-Unterstützungsverein (auch: Allgemeiner-Invaliden-Unterstützungsverein1) wurde am 18. Oktober 1866 gegründet. Anlass waren Initiativen zur freiwilligen Krankenhilfe im Deutschen Krieg in 18662, die den militärischen Sanitätsdienst im Königreich Bayern (1806–1918) unterstützten. Die Gründung geschah im Auftrag von Ludwig II. (1845–1886), König von Bayern, der das Startkapital zur Verfügung stellte.

Vorgriff auf Grundsätze

Dem monarchistischen Anstoß ungeachtet befolgte der der Verein aus praktikablen Gründen Prinzipien, deren Gedanken sich in einigen der 1965 beschlossenen Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung wiederfinden: Die Mitwirkung im Verein sollte der gesamten Bevölkerung offenstehen (→ Unparteilichkeit), ausschließlich freiwillig erfolgen (→ Freiwilligkeit) und demokratisch gestaltet werden. Weiter sollte jeder Anschein des Zwanges oder Befehls, jeder Einfluss bureaukratischer Beeinflussung vermieden werden, weil das nur Widerstand auslösen und jedes Streben für den Verein alsbald in Abkühlung geraten lassen würde3 (→ Unabhängigkeit). Von echter Unabhängigkeit kann jedoch angesichts der Besetzung des Vorstands vom Centralausschuß in München nicht gesprochen werden, denn der Vorsitzende, sein Stellvertreter sowie weitere Funktionen waren hohe Beamte. Vorsitzender wurde Graf Gustav zu Castell-Castell (1829–1910, siehe Bild), Königlicher Oberhofmeister, der dieses Amt bis 1896 innehatte und ursprünglich auch den Auftrag bekommen hatte, die Organisation zu gründen.

Verbleib

Der Verein nannte sich am 8. April 1868 um in Bayerischer Verein zur Pflege und Unterstützung im Felde verwundeter und erkrankter Krieger (1868–1898).

Weitere Informationen

Erläuterungen und Einzelnachweise

  1. Alexander Sudahl, Das Rote Kreuz im Königreich Württemberg, Diss. Heidelberg 2001, Seite 69.
  2. Der Deutsche Krieg war eine militärische Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Bund (1815–1866) unter Führung Österreichs einerseits und Preußen sowie dessen Verbündeten andererseits. Der Krieg dauerte vom 14. Juni bis 23. August 1866 und wurde von Preußen gewonnen.
  3. Ludwig Kimmle (Hrsg.), Das Deutsche Rote Kreuz. Entstehung, Entwicklung und Leistungen der Vereinsorganisation seit Abschluss der Genfer Kon­vention im Jahre 1864, Berlin 1910, Band I, Seite 475.