International Tracing Service

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Allgemeines

Der International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen ist eine rechtsfähige, internationale Einrichtung, die von den Staaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen und USA getragen wird. Seit dem 21. Mai 2019 heißt sie Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution. Ihre Tätigkeit besteht in der Bewahrung eines Archivs mit Informationen über 17,5 Millionen Menschen, die Opfer von Verfolgung oder Vernichtung in der Zeit des Nationalsozialismus, vor allem durch Konzentrationslager und Zwangsarbeit, geworden waren. Als Suchdienst zur Klärung des Schicksals einzelner Personen spielt das ITS heute noch eine Rolle für die Nachfahren der gesuchten Menschen, um zum Beispiel Fragen zu Staatsbürgerschaft oder Erbschaft zu klären. Die Grundlage für seine Arbeit wurde zuletzt 2011 in einem Vertrag der genannten Staaten festgelegt.[1] Finanziert wird das ITS aus Mitteln, die von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden.[2]

Internationales Komitee vom Roten Kreuz

Von 1955 bis 2012 wurde der International Tracing Service vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz verwaltet. Die Grundlage dafür war das am 6. Juni 1955 in Bonn unterzeichnete, internationale Abkommen über die Errichtung eines Internationalen Ausschusses für den Internationalen Suchdienst. Zugleich mit dem Abkommen wurde auch die Vereinbarung vom 06.05.1955 über die Beziehungen zwischen dem Internationalen Ausschuss für den Internationalen Suchdienst und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz abgeschlossen. Das Abkommen wurde am 23. August 1960, am 15. Oktober 1973 und am 16. Mai 2006 verlängert bzw. geändert. 2008 kündigte das IKRK an, sich aus der Leitung des ITS zurückzuziehen, weil inzwischen die humanitäre Aufgaben zugunsten des historischen Auftrags in den Hintergrund getreten waren. Mit dem neuen internationalen Abkommen wurde in 2011 eine Grundlage zur Fortführung der Arbeit des ITS geschaffen, so dass das IKRK Ende 2012 die Leitung übergeben konnte.[3] Seitdem führt das ITS nicht mehr ein Emblem mit dem Roten Kreuz.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Vertragsparteien des Berliner Übereinkommens, Übereinkommen über den Internationalen Suchdienst ["Berliner Übereinkommen"], Berlin, 9. Dezember 2011.
  2. International Tracing Service, Finanzierung & Rechtsgrundlagen, Bad Arolsen, 11. Juli 2018.
  3. Internationales Komitee vom Roten Kreuz, The International Tracing Service and the ICRC, Genf, 1. Juni 2011.