Albertverein

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Entstehung

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Der Albertverein (auch: Albert-Verein) entstand 14. September 1867 aus dem Internationalen Hilfsverein für die verwundeten und erkrankten Soldaten in Kriegszeiten im Königreich Sachsen (1866–1899) heraus. Er hatte seinen Sitz in Dresden und trug Zusätze wie Frauenverein vom Roten Kreuz in Sachsen oder Internationaler Frauenverein Sachsen. Er wurde von Carola von Wasa-Holstein-Gottorp, damals Prinzessin von Sachsen, und der Krankenpflegerin Marie Simon gegründet und nach dem Mann der Prinzessin, Albert von Sachsen, damals König von Sachsen, benannt.

Tätigkeit

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Der Albertverein war vor allem in der Krankenpflege tätig und gründete auch zahlreiche Zweigvereine. Er hatte die Rolle eines Frauenvereins vom Roten Kreuz für Sachsen. Unter seinem Dach entstand 1876 (ggf. auch schon 1868) die Schwesternschaft der Albertinerinnen vom Roten Kreuz. Außer in Friedenszeiten war er auch in drei Kriegen zur Unterstützung der militärischen Sanitätsdienstes tätig: Deutsch-Französischer Krieg (1870–1871), Erster Weltkrieg (1914–1918) und nach seiner Auflösung durch sein Personal im Zweiten Weltkrieg (1939–1945). Der Verein betrieb in Dresden mit dem Carolahaus von 1878 bis 1930 das erste öffentliche Krankenhaus.

Auflösung

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Der Albertverein wurde 1937 im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung aufgelöst. Seine Mitglieder waren über die Schwesternschaft weiterhin in der Krankenpflege tätig. Mit der Auflösung des Deutschen Roten Kreuzes und aller seiner Untergliederungen in der sowjetisch besetzten Zone am 19. September 1945 endete die Geschichte der Organisation vollständig. Im späteren DRK der DDR (1952–1990) gab es keine Schwesternschaften mehr, so dass keine Nachfolgeorganisation gegründet wurde. Das Carolahaus wurde 1945 durch Kriegshandlungen zerstört.

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