Mein Kampf

Nachschlagewerk über das Deutsche Rote Kreuz und die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung

Allgemeines

Das Werk Mein Kampf mit dem Untertitel Eine Abrechnung von Adolf Hitler (1889–1945) erschien in zwei Bänden in 1925 und 1926, die später zu einer einbändigen Volksausgabe zusammengefasst wurden. Es war die zentrale Programmschrift Hitlers, in der sich wichtige ideologische Ansichten und politische Pläne der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) finden, die 1933 die Macht übernahm und den NS-Staat (1933–1945) schuf. Das Werk wurde in sehr hoher Auflage produziert, sowohl zu propagandistischen Zwecken als auch zur Finanzierung der NSDAP und zur persönlichen Bereicherung Hitlers. Zur Förderung der Verbreitung und des Absatzes wurde Mein Kampf bei vielen Gelegenheiten nahezu oder tatsächlich verpflichtend ausgegeben, beispielsweise anlässlich Hochzeiten durch die Standesämter. Das Werk wurde auch als Lehrmittel im damaligen Deut­schen Roten Kreuz (1938–1945/46) verwendet.

Bezug zum Roten Kreuz

Das Buch erwähnt das Deut­sche Rote Kreuz oder spätere Funktionäre, die in der Zeit des National­sozia­lis­mus (1933–1945) wichtige Stellungen in der Organisation hatten, nicht. Indirekt gibt es jedoch zwei Bezüge zum Roten Kreuz.

Medizinische Versorgung im Ersten Weltkrieg

Adolf Hitler (1889–1945) diente während des Ersten Welt­kriegs (1914–1918) in einer untergeordneten Rolle in der Bayerischen Armee (1682–1919) und wurde 1916 dabei verwundet. Er beschreibt in Mein Kampf seine medizinische Versorgung wie folgend:1

Am 7. Oktober 1916 wurde ich verwundet.

Ich kam glücklich nach rückwärts und sollte mit einem Transport nach Deutschland kommen.

Es waren nun zwei Jahre verflossen, seit ich die Heimat nicht mehr gesehen hatte, eine unter solchen Verhältnissen fast endlose Zeit. Ich konnte mir kaum mehr vorstellen, wie Deutsche aussehen, die nicht in Uniform steckten. Als ich in Hermies im Verwundetensammellazarett lag, zuckte ich fast wie im Schreck zusammen, als plötzlich die Stimme einer deutschen Frau als Krankenschwester einen neben mir Liegenden ansprach.

Nach zwei Jahren zum erstenmal ein solcher Laut.2

Die Krankenschwester könnte eine Rotkreuzschwester gewesen sein. Er wurde mit einem Zug, möglicherweise einem Vereinslazarettzug von Hermies in Frankreich nach Beelitz in Brandenburg gebracht, wo er mehrere Monate in einem Vereinslazarett gebracht, das eine Gliederung des Roten Kreuzes, möglicherweise des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz (1890–1937), betrieb. Über seine Behandlung und Pflege schreibt er nichts mit Bezug zum Roten Kreuz:

Welcher Wandel! Vom Schlamm der Sommeschlacht in die weißen Betten dieses Wunderbaues! Man wagte anfangs ja kaum, sich richtig niederzulegen. Erst langsam vermochte man sich an diese neue Welt wieder zu gewöhnen.2.1

Hitler wurde 1918 ein zweites Mal verwundet, durch eine leichte Senfgasvergiftung. Die abschließende medizinische Versorgung fand in einem Reserve-Lazarett in Pasewalk, das heute in Mecklenburg-Vorpommern liegt, statt. Es ist möglich, dass in der militärischen Einrichtung auch Rotkreuzschwestern eingesetzt wurden. Über seine vierwöchige Behandlung dort und seine Wiederherstellung schrieb er nichts, eventuell weil ihm die vermutete psychiatrische Erkrankung peinlich war:

Schon einige Stunden später waren die Augen zu glühenden verwandelt; es war finster um mich geworden.

So kam ich in das Lazarett Pasevalk [sic!] in Pommern und dort mußte ich die größte Schandtat des Jahrhunderts miterleben.2.2

Die größte Schandtat des Jahrhunderts meint die Kapitulation Deutschlands zum Ende des Ersten Welt­kriegs (1914–1918) und die anschließende Novemberevolution (1918–1919), die die Dolchstoßlegende beförderte.

Offizielles Lehrmittel des Deutschen Roten Kreuzes

Der Lehrstoff bei der Grundausbildung der Angehörigen der Bereitschaften und der Ausbildung für die Gruppenführung enthielt ein Kapitel Charakterliche und weltanschauliche Erziehung. Die zu verwendenden Lehrmittel waren: Adolf Hitler „Mein Kampf” und Schrifttum der Bewegung.3 Da die Inhalte prüfungsrelevant waren, dürfte Mein Kampf aus diesem Anlass auch tatsächlich, zumindest in Auszügen, gelesen worden sein.

Mit Bewegung war nicht die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung gemeint, sondern die nationalsozialistische Bewegung, also die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) und ihre Vorläufer.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Hier zitiert ist die erste Textfassung, ohne die späteren Überarbeitungen.
  2. Adolf Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition, hrsg. von Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Plöckinger und Roman Töppel, digitale Ausgabe, München 2022, Band 1, Seite 201.
    1. Seite 202.
    2. Seite 213.
  3. Deutsches Rotes Kreuz, Vorschrift für die Ausbildung und Prüfung der Angehörigen der Bereitschaften, Berlin 1938, Abschnitt A, Buchstabe d.