Felix Grüneisen: Das Deutsche Rote Kreuz in Vergangenheit und Gegenwart – Die Männerformationen des Deutschen Roten Kreuzes

Nachschlagewerk über das Deutsche Rote Kreuz und die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung
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Kapitel 15: Die Männerformationen des Deutschen Roten Kreuzes

[91] […] Die Kriege von 18641 und 18662 hatten das Bedürfnis nach freiwilligen männlichen Krankenpflegern und Krankenträgern hinlänglich erwiesen. Daß von den eben erst entstandenen Hilfsvereinen solches Personal nicht gestellt werden konnte, verstand sich von selbst. Damals hatten die Ritterorden, Johanniter und Malteser, die Lücke einigermaßen ausgefüllt dadurch, daß durch D. [sic!] Wi­chern3 vom Rauhen Haus4 in Ham­burg5 und der Diakonenanstalt in Duisburg, ebenso von den Ordensgemeinschaften Brüder als Krankenpfleger und Krankenträger zur Verfügung gestellt wurden. Die Forderung, ausgebildete Krankenpfleger für den Einsatz zur Verfügung zu haben, blieb noch lange offen. Die Schwierigkeiten, diese Aufgabe wirklich zu lösen, erwiesen sich als kaum überwindbar.

[92] Die Frage der Transportkolonnen und Krankenträger wurde zunächst in Süddeutschland angefaßt. In Hessen setzte sich der Landesverein mit den Turngemeinden in Verbindung; so taten sich noch im Herbst 1866 Mitglieder des Turnvereins in Offenbach zur Gründung eines Sanitätskorps zusammen, das nicht nur für den Kriegsfall bereitstehen, sondern auch im Frieden bei plötzlich eintretenden Unglücksfällen Hilfe leisten sollte. Ähnliche Turner-Sanitätskorps entstanden in Darmstadt und Worms. Die innere Verfassung dieser Sanitätskorps ergab sich aus ihrer Herkunft aus den Turnvereinen; sie waren in der Zusammensetzung häufigem Wechsel unterworfen und konnten noch nicht den Grad militärischer Manneszucht aufweisen, der für ihre Aufgabe eigentlich erforderlich war. Sie haben aber im Kriege 1870/716 Tüchtiges geleistet; das Offenbacher Korps war in Stärke von 43 Mann ausgerückt. Es hatte einheitliche Kleidung: blauwollene Hemdbluse, graue englischlederne Stiefelhose, wachstuchene Schirmmütze in Form des Käppi, wie eine Photographie von 1870 zeigt, sonst aber keine Abzeichen. Die größere Hälfte mußte im März 1871 wegen Erkrankung an Ruhr und Typhus heimgesandt werden.

Ein weiterer Versuch in Hessen ging dahin, die ältesten, noch nicht militärpflichtigen Schüler der höheren Schulen als „Schüler-Krankenträger“ auszubilden. Die Anregung wurde aber außerhalb Hessens energisch abgelehnt, weil man junge Leute von 17 Jahren weder körperlich noch seelisch den Strapazen eines Krankenträgerdienstes im Kriege gewachsen glaubte. Grundsätzlich war diese Auffassung sicher richtig, konnte man doch nicht voraussehen, daß ein Halbjahrhundert später Hunderttausende dieses Alters in Flandern stürmen und in Schützengräben den Krieg in seiner härtesten Form führen lernen würden. In Darmstadt haben sich bis in jüngste Zeit Lehrgänge für Erste Hilfe in den Oberklassen der höheren Schulen erhalten.

In Baden und Bayern, besonders in der Pfalz, wurden während des Krieges 1870/716 ähnliche Formationen wie die hessischen kurzerhand ins Leben gerufen; die bayerischen führten als erste die später allgemein übernommene Bezeichnung „Sanitätskolonne“. Während sich die bayerischen Formationen nach dem Kriege jedoch zunächst wieder auflösten, wurde in Baden der Versuch gemacht, der Sache eine feste und [93] bleibende Form zu geben. Die Hilfskolonnen von Karlsruhe waren auf das Schlachtfeld von Wörth, die von Mannheim auf die Schlachtfelder von Weißenburg und Sedan berufen worden, hatten also in vorderster Front Dienst getan. Das ermutigte den Karlsruher Männerhilfsverein, für ein „Freiwilliges Krankenträgerkorps“ Satzungen mit genauen Dienstvorschriften aufzustellen, die Januar 1872 in der Zeitschrift „Krie­ger­heil“7 des Deutschen Zentralkomitees veröffentlicht wurden. Sie enthielten Bestimmungen über Bekleidung, Ausrüstung und Ergänzung nebst Abbildungen. Ein nachdrücklicher Erfolg blieb dem Unternehmen aber zunächst versagt. In Bayern gaben die „Grundbestimmungen“ von 1873 einen neuen, diesmal endgültig erfolgreichen Anstoß. Dort wurde 1875 angeordnet, daß in jedem der acht bayerischen Kreise je eine Haupt-Sanitätskolonne aufzustellen sei, die unmittelbar dem Kreisverein unterstellt war, also mit den örtlichen Zweigvereinen nichts zu tun hatte. Diese Kolonnen hatten die Hauptaufgabe, sich zum Sanitätsdienst in Kriegszeiten und zu den im Felde vorkommenden wirtschaftlichen Verrichtungen ausbilden zu lassen; bei Unglücksfällen und besonderen Notständen sollten sie auch in Friedenszeiten zur Hilfeleistung aufgeboten werden. Die Zahl der Kolonnen in den Kreisen vermehrte sich bald. Man wandte sieh vorzugsweise an Feuerwehren, Turngemeinden und sonstige Berufsverbände, zunächst erwiesen sich die Feuerwehrmänner als die weitaus geeignetsten und durch Ausdauer zuverlässigsten Kolonnenmänner.

Übrigens war während des Krieges 1870/716 auch Norddeutschland auf diesem Gebiet nicht untätig geblieben; aus zahlreichen Städten, besonders des Westens, stellten sich Transportkolonnen zur Verfügung, unter denen sich die von Frankfurt a. M., Wiesbaden und Hamburg besonders hervortaten. Aber sie lösten sich nach dem Kriege sofort wieder auf. Neben diesen geordneten Formationen hatten sich übrigens auch weniger disziplinierte Gruppen von Nothelfern auf dem Kriegsschauplatz gezeigt, die sich weder den Landeshilfsvereinen unterstellten, noch sich den militärischen Befehlen fügten. Die Klagen über diese „Schlachtenbummler", die teilweise sogar ohne Berechtigung das Genfer Abzeichen führten, waren lebhaft und nötigten zu energischem Einschreiten.

[94] Erst die Kriegs-Sanitäts-Ordnung von 1878 und die Beschlüsse von 1880 lösten nun durchgreifende Maßnahmen aus. In Verhandlungen zwischen dem Kriegsministerium und dem Deutschen Zentralkomitee wurden Richtlinien für Art und Zahl etwa aufzustellender Kolonnen erörtert. Abweichend von dem in Bayern beschrittenen Weg der Neubildung im Anschluß an die Kreisausschüsse vom Roten Kreuz wurden für Preußen und die anderen norddeutschen Bundesstaaten Verhandlungen mit dem Deutschen Kriegerbund im Jahre 1882 aufgenommen mit dem Ziel, in zunächst 90 namentlich bezeichneten Städten Krieger-Sanitätskolonnen aufzustellen. Die im Deutschen Kriegerbund zusammengeschlossenen Kriegervereine hatten in ihren Satzungen die Aufgabe übernommen, im Kriegsfalle Hilfskräfte für den Sanitätsdienst zu stellen, man konnte auch mit Recht annehmen, daß die Soldaten des 12 Jahre zurückliegenden Krieges Eignung und Verständnis für die Sache mitbringen würden.

Im Jahre 1885 waren 36 solcher Kolonnen mit 980 Mann gebildet. Sie blieben zunächst Gliederungen des Kriegerbundes, erhielten aber Zuschüsse vom Preußischen Zentralkomitee und waren ihm in allen Angelegenheiten des Sanitätsdienstes unterstellt.

Mit der Dauer der Entfernung vom letzten Krieg wurde die Festlegung auf die Bildung der Kolonnen aus dem Deutschen Kriegerbund jedoch hemmend; man sah, daß die Wirksamkeit der Kolonnen in Bayern mit unmittelbarer Unterstellung unter die Kreisausschüsse vom Roten Kreuz besten Erfolg zeitigte. So entschloß sich das Preußische Zentralkomitee 1890, auch solche Sanitätskolonnen anzuerkennen, die sich außerhalb der Kriegervereine bildeten, also nunmehr auch andere Kräfte als die ehemaligen Kriegssoldaten heranzuziehen. Schließlich wurde auch den Kreismännervereinen die Bildung von Sanitätskolonnen übertragen. Die Ausbildung der Kolonnenmänner, die grundsätzlich unentgeltlich ihren Dienst taten, erfolgte ausschließlich durch Ärzte, die Marsch- und Exerzierübungen leitete der Kolonnenführer. Dem theoretischen Lehrgang lag das „Unterrichtsbuch für die Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz“ von Rühlemann8 zugrunde, das sich an die militärische Krankenträgerordnung und entsprechende Dienstvorschriften anschloß.

[95] Zur Vereinheitlichung des Sanitätskolonnenwesens, innerhalb dessen keinerlei Unterschiede mehr vom Zentralkomitee anerkannt wurden, setzte das Zentralkomitee Inspekteure für die einzelnen preußischen Provinzen ein. Sie waren ehemalige Militärärzte. Ihnen unterstand die Aufsicht über die gesamte Ausbildung.

Um die Unklarheiten des Unterstellungsverhältnisses endgültig zu beseitigen, wurde im Jahre 1905 die bisherige Verbindung zwischen den Krieger-Sanitätskolonnen und dem Deutschen Kriegerbund gelöst. Der Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbundes gab am 13./14. August 1905 in Kiel seine Zustimmung hierzu. Von nun an war in Preußen nur noch der Vorsitzende des Provinzialvereins oder sein Stellvertreter zur Erteilung von Befehlen an die Sanitätskolonnen befugt.

An die Stelle der bisher durch den Kriegerbund gewährten Kameradschaft war schon seit 1896 die Versammlung der Führer und Ärzte Deutscher freiwilliger Sa­ni­täts­ko­lon­nen9 als übergeordnetes Organ getreten, in der auch die außerpreußischen Länder wenigstens teilweise vertreten waren. Daneben bildeten sich Landes- und Provinzialverbände in den einzelnen Ländern und Provinzen, die als Mittel der Vereinheitlichung der verschiedenen Formen der Sanitätskolonnen eine unbestreitbar nützliche Bedeutung hatten, außerdem die Frage der Unfallhilfe und Versicherung in Angriff nahmen. Daß sie für die Führung des Roten Kreuzes, das Zentralkomitee und die Provinzialvereine nicht immer bequem waren und in die Gefahr geraten konnten, eine Art Nebenregierung zu bilden, sollte sich erst später, in den schweren Jahren des Wiederaufbaues nach dem Weltkrieg, bemerkbar machen.

Die Bekleidung und Ausrüstung des männlichen Personals der freiwilligen Krankenpflege wurde durch Kabinettsorder vom 4. Januar 1883 festgelegt. Im Mai 1884 wurde vom Kaiserlichen Kommissar die Genehmigung zum Tragen der vorgeschriebenen Mützen bei Friedensübungen erteilt, der die Genehmigung zum Tragen der Tracht bei Übungen durch Erlaß des Kaiserlichen Kommissars ab 1. März 1898 folgte. Während des südwestafrikanischen Feldzuges 1905 wurde eine besondere Tropen-Dienstkleidung eingeführt, die der fechtenden Truppe angeglichen war.

[96] Vor dem Weltkrieg (1909) war der Bestand der Sanitätskolonnen zahlenmäßig nach Kimmle, „Das Deutsche Rote Kreuz"10, I, folgender:

Landesvereine vom Roten Kreuz Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz Davon sind
Anzahl Zahl der Mitglieder zum Transport bestimmt, abkömmlich und geeignet als Pfleger praktisch ausgebildet, bereit, abkömmlich und geeignet
E. H. E. H.
Preußen 898 25435 6591 5989 687 290
Bayern 146 7519 1786 3273 130 304
Sachsen 109 4195 1275 466 199 6
Württemberg 21 1162 406 285 45 23
Baden 204 5190 693 1377 98 39
Hessen 26 1050 321 417 33 12
Braunschweig 14 372 120 86 5 2
Sachsen-Weimar 29 702 147 267 36 7
Oldenburg 2 52 10 26
Mecklenburg-Schwerin 18 370 86 91 1 1
Anhalt 13 464 146 123 26 1
Sachsen-Altenburg 11 334 121 151 1
Schwarzburg-Rudolstadt 8 218 58 18 12 2
Schwarzburg-Sondershausen 7 190 55 25 2 8
Schaumburg-Lippe 1 29 7 3
Waldeck 1 40 12
Reuß ä.L. 1 48 22 3
Reuß j.L. 1 66 22 27 2 15
Sachsen-Coburg und Gotha 34 870 227 425 10 6
Sachsen-Meiningen 48 1093 268 133 17 4
Lippe 2 45 12 8
Hamburg 4 254 115 76 1 10
Bremen 10 370 89 103
Lübeck 2 89 23
Elsaß-Lothringen 66 2171 480 509 8 20
Summe 1676 52328 13080 13893 1313 750

Die Sanitätskolonnen erhielten grundsätzlich eine Ausbildung, die ihre Mitglieder für den Krankenträger- und Transportdienst einschließ-[97]lich der Ersten Hilfe geeignet machte, nicht aber für die Krankenpflege. Wohl gelang es hin und wieder, einzelne Mitglieder der Sanitätskolonnen in kurzfristigen Kursen zu Hilfskrankenpflegern auszubilden, ebenso wie zu Hilfsdesinfektoren, aber zahlenmäßig blieb das Ergebnis gering. Die Notwendigkeit, freiwillige Krankenpfleger zur Verfügung stellen zu können, lag aber zutage und wurde als brennend empfunden. Überdies hatte das Preußische Kriegsministerium in den Jahren 1883/84 das Deutsche Zentralkomitee wiederholt darauf hingewiesen, daß eine der wichtigsten Aufgaben der freiwilligen Krankenpflege die Beschaffung genügend ausgebildeter freiwilliger Krankenpfleger sei. Das Zentralkomitee dachte daran, ausgediente Lazarettgehilfen für die freiwillige Krankenpflege vertragsmäßig zu gewinnen, weiter an Abschlüsse von Verträgen mit städtischen und privaten Spitälern und mit Brüder- und Diakonenanstalten, schließlich sollten auch geeignete Personen auf Kosten des Vereins zu Pflegern ausgebildet werden. Auf Grund von Verhandlungen, die mit D. [sic!] Wi­chern3 aufgenommen wurden, empfahl dieser, den Versuch zu machen, freiwillige Genossenschaften aus Kreisen zu bilden, die sich nicht der Krankenpflege widmen, in denen aber „voraussichtlich so viel Bildung, Gemüt, sittlich-religiöses Bewußtsein und Pflichtgefühl vorhanden sei“, um das Gelernte im Falle eines Krieges erfolgreich zu verwenden. D. [sic!] Wichern wurde der Auftrag zur Bildung dieser Genossenschaft übertragen, wozu das Zentralkomitee Zuschüsse gewährte. Wichern wandte sich zunächst mit Druckschriften und Vorträgen an die 10 Universitäten in Berlin, Greifswald, Breslau, Halle, Bonn, Göttingen, Kiel, Marburg, Leipzig und Straßburg.

Die Theologie-Studierenden und der Verein deutscher Studenten folgten in erster Linie der Anregung, die durch allgemeine Studentenversammlungen 1887 und 1888 unterstützt wurden. Die technischen Hochschulen folgten nach. Außer dem theoretischen Kursus wurden praktische Pflegekurse abgehalten, und zwar so, daß die Studenten je 14 Tage auf der Äußeren und auf des Inneren Station der Universitätskliniken beschäftigt wurden, dort allen Pflegedienst praktisch verrichteten, bei Operationen Handreichungen leisteten usw. Das Kultusministerium förderte die Ausbildung in den Universitätskliniken. Die Satzung der Genossenschaft wurde am 16. März 1892 angenommen.

[98] Im Jahre 1921 löste sich die Genossenschaft auf, nur an einzelnen Hochschulen blieben Gruppen bestehen.

Die Zahlen der Genossenschaften freiwilliger Krankenpfleger vor dem Weltkrieg waren folgende:

Bundesstaat Verbände Davon sind praktisch ausgebildet, bereit, abkömmlich und geeignet für das
Anzahl Zahl der Mitglieder Etappengebiet Heimatgebiet
Preußen 50 5653 1035 628
Bayern 3 156 30 4
Sachsen 2 208 114 42
Württemberg 1 698 50 50
Baden 3 475 51 21
Hessen 1 85 4 3
Braunschweig
Sachsen-Weimar 1 21 5 9
Oldenburg
Mecklenburg-Schwerin
Anhalt
Sachsen-Altenburg 1 5 3
Schwarzburg-Rudolstadt
Schwarzburg-Sondershausen
Schaumburg-Lippe
Waldeck
Reuß ä.L.
Reuß j.L.
Sachsen-Coburg
Sachsen-Gotha
Lippe
Hamburg 1 550 72 43
Bremen 1 97 20 39
Lübeck 1 36 6 2
Elsaß-Lothringen 1 612 66 6
Zusammen 66 8596 1456 847

Zur Vervollständigung des Bildes sei der Anschluß von Samaritervereinen an das Deutsche Rote Kreuz erwähnt. Die Samaritervereine [99] entstammten der Anregung Friedrich von Esmarchs aus dem Jahre 1881, der von der Tätigkeit der St. Johns Ambulances in England einen nachhaltigen Eindruck empfangen hatte und die Einrichtung auf deutsche Verhältnisse im Interesse des Rettungswesens übertragen wollte. Die Samaritervereine bildeten freiwillige Helfer für die erste Hilfeleistung aus, ohne sie jedoch organisatorisch zusammenzufassen. Nur soweit die Samaritervereine einen festen Stamm von Mitgliedern, der sich regelmäßigen Übungen unterzog, für den Kriegsfall zur Verfügung stellten, wurden sie in das Rote Kreuz aufgenommen. Diese Samaritervereine vom Roten Kreuz glichen sich im Lauf der Jahre fast vollständig den Sanitätskolonnen an.

Erläuterungen

  1. Der Deutsch-Dänische Krieg war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich auf der einen Seite und Dänemark auf der anderen Seite. Er dauerte vom 1. Februar bis zum 30. Oktober 1864. Preußen und Österreich gingen aus dem Konflikt als Sieger hervor.
  2. Der Deutsche Krieg war eine militärische Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Bund (1815–1866) unter Führung Österreichs einerseits und Preußen sowie dessen Verbündeten andererseits. Der Krieg dauerte vom 14. Juni bis 23. August 1866 und wurde von Preußen gewonnen.
  3. 3,0 3,1 Johannes Wichern (1845–1914).
  4. Das Raue Haus ist eine 1833 gegründete wohltätige Stiftung in Hamburg.
  5. Siehe Artikel Hamburg (Stadt).
  6. 6,0 6,1 6,2 Der Deutsch-Französische Krieg vom 19. Juli 1870 bis 10. Mai 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits. Frankreich verlor den Krieg, trat den Großteil des Elsass und einen Teil von Lothringen ab, woraus das kurzlebige Reichsland Elsaß-Lothringen (1871–1918} geformt wurde, und das Deutsche Kaiserreich (1871–1918) entstand.
  7. Siehe Artikel Kriegerheil.
  8. Gustav Rühlemann (1839–1922).
  9. Siehe Artikel Versammlung der Führer und Ärzte Deutscher Freiwilliger Sanitätskolonnen.
  10. Ludwig Kimmle (Hrsg.), Das Deutsche Rote Kreuz. Entstehung, Entwicklung und Leistungen der Vereinsorganisation seit Abschluss der Genfer Kon­vention im Jahre 1864, Berlin 1910.