Kamillianer

Nachschlagewerk über das Deutsche Rote Kreuz und die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung

Allgemeines

Der römisch-katholische Orden der Kamillianer entstand im 16. Jahrhundert und widmete sich als Krankenpflegeorden der Hilfe für kranke und pflegebedürftige Menschen. Benannt ist er nach seinem Gründer Kamillus von Lellis (1550–1614), der 1746 heilig gesprochen wurde und Schutzpatron aller Kranken und Krankenhäuser (1886), der beruflich Pflegenden (1930) und im italienischen Heer der Schutzpatron der Sanitäter (1974) ist. Er führt seit Anbeginn das Kamilluskreuz, ein rotes lateinisches Kreuz, damit die Ordensmitglieder als Helfer für die Kranken gut erkennbar sind.

Bedeutung für das Rote Kreuz

Mögliche Herkunft des Zeichens Rotes Kreuz

Es ist denkbar, dass das Kamilluskreuz des Ordens als Vorlage diente, als bei der Schaffung des ersten Genfer Abkommens ein Schutzzeichen gesucht wurde. Durch die damals bereits drei Jahrhunderte anhaltende, humanitäres Tätigkeit des Ordens war es ein bekanntes Zeichen für neutrale Hilfe. Eventuell sollte das leichte Stauchen zu einem griechischen Kreuz neben einer Vereinfachung und Adaption für Flaggen und Abzeichen auch eine Abgrenzung sein. Die christliche Herkunft des Zeichens dürfte nicht gestört haben, weil die ersten Vertragsstaaten eine christliche Prägung hatten.

Die offizielle heutige Annahme, dass das Rote Kreuz durch die Invertiertung der Schweizerfahne gewählt wurde, könnte eine spätere Zuschreibung und daher ein Irrtum sein.

Kamillus als Schutzpatron des Sanitätswesens

Gliederungen des Deut­schen Roten Kreu­zes, die den nicht-konfessionellen Charakter weniger betonen, können den Heiligen Kamillus von Lellis (1550–1614) auch als ihren Schutzpatron bestimmen und ehren. Beispielsweise führte die Bereitschaft des Baye­ri­schen Roten Kreuzes in Berchtesgaden, die zum BRK-Kreisverband Berchtesgadener Land gehört, in 2026 eine jährliche Ehrung des Heiligen zu seinem Todestag am 19. Juli ein.[1]

Weitere Informationen

Einzelnachweise