Henry-Dunant-Institut

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Das Henry-Dunant-Institut (frz. Institute Henry Dunant) bestand von 1965 bis 1998 in Genf. Es war eine gemeinsame Forschungs- und Bildungseinrichtung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und des Schweizerischen Roten Kreuzes. Es diente als Denkfabrik und interne Ausbildungsstätte für die beiden internationalen Rotkreuz-Organisationen. Zur Erfüllung dieser Zwecke erstellte und verlegte es Fachliteratur zum Humanitären Völkerrecht, insbesondere den Genfer Abkommen, und zu den Aktivitäten, Idealen und zur Geschichte der Bewegung. Außerdem unterhielt es eine Bibliothek, ein Archiv und ein Museum.

Nachdem das IKRK und die Föderation zunehmend eigene Ausbildungskapazitäten entwickelt hatten, richtete sich das Institut neu aus[1], bekam eine von seinen bisherigen Trägern unabhängige Stiftung, trennte sich von Aktivitäten und benannte sich um.

Nachfolger

Das Zentrum für humanitären Dialog ist seit 1999 der Nachfolger des Henry-Dunant-Instituts. Es handelt sich um eine private diplomatische Einrichtung, die sich an einigen Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung orientiert und auf die Ideale von Henry Dunant (1828–1910) beruft, jedoch nicht mehr zur Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung gehört.

Einzelnachweise

  1. Jean-François Berger, Henry Dunant Institute: Time for renewal, in: Red Cross Red Crescent, Nr. 4/1998, Genf 1998.