Katyn

Nachschlagewerk über das Deutsche Rote Kreuz und die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung
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Historische Bedeutung

In einen Wald bei Katyn (polnisch Katyń, russisch Катынь) in Polen fand vom 3. April bis 11. Mai 1940 das Massaker von Katyn statt, bei dem Angehörige des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) etwa 4400 gefangene polnische Offiziere und andere Personen ermordeten und in einem Massengrab verscharten. Das Verbrechen ereignete sich nach den Beginn der sowjetische Besetzung Ostpolens im Herbst 1939 und war Teil eines größeren Massenmords, dem über 20.000 Polen zum Opfer fielen. Die Taten wurden nie geahndet.

Der Ort des Verbrechens, der zugleich Hinrichtungsstätte und Massengrab war, wurde während des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion entdeckt. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung fanden 1943 Grabungen und forensische Untersuchungen der aufgefundenen Leichen statt. Da sich das Inter­nationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aus Gründen der Neutralität nicht daran beteiligte, wirkten das Polnische Rote Kreuz und eine internationale Ärztekommission als unabhängige Gutachter und Zeugen daran mit. Das hielt den NS-Staat (1933–1945) nicht davon, ihre Ergebnisse für die nationalsozialistische, antisowjetische Propaganda und somit ihre Neutralität zu missbrauchen.

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