ProStoff

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Die ProStoff-Textilverwertungsgesellschaft mbH (je nach Quelle auch: ProStoff-Textilverwertungs-GmbH) war eine Tochtergesellschaft mehrerer Landesverbände und des Bundesverbands mit Sitz in Oldenburg. Zweck des von 1996 bis 2000 existierenden Unternehmens war es, für die angeschlossenen Gliederungen gesammelte und nicht vor Ort nutzbare Kleiderspenden zu bestmöglichen Preisen an Markt zu verkaufen. Anlass zur Gründung waren gerichtliche Entscheidungen, dass das Sammeln und Verkaufen von gebrauchter Kleidung ab 1996 als steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb galt, wenn nicht mindestens zwei Drittel der gesammelten Kleidung wieder an Bedürftige abgegeben werde.[1] Die Gliederungen verkauften jedoch die Kleidung überwiegend, um dadurch freie Mittel zur Finanzierung ihrer gemeinnützigen Aufgaben zu erwirtschaften. Nur ein kleiner Teil kam, damals über Kleiderkammern, direkt Bedürftigen zugute. Der gemeinnützige Zweck wurde also mittelbar erreicht. Das Ziel der Unternehmung, dass innerhalb von zwei bis höchstens drei Jahren mindestens die Hälfte aller selbstständigen Rotkreuz-Verbände zur Vermarktung ihrer Textilien diese rotkreuzeigene Firma nutzen[2], wurde nicht im geplanten Zeitraum erreicht, und die Gesellschaft wurde daher wieder abgewickelt.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Stefan Nährlich, Innerbetriebliche Reformen in Nonprofit-Organisationen. Das Deutsche Rote Kreuz im Modernisierungsprozeß, Wiesbaden 1998, Seiten 132–133.
  2. Uwe Schwarz, Der Lumpensammler der Nation, in: Rainer Schlösser, Volkmar Schön (Hrsg.), Tutti fratelli – tutte sorelle. Gemeinsam für das Rote Kreuz – Zum Gedenken an Christoph Brückner, München 2020, Seite 205.