Der Stürmer
Allgemeines

Die Zeitschrift Der Stürmer war ein nationalsozialistisches, antisemitisches Hetzblatt, das von 1923 bis 1945 von Julius Streicher (1885–1946) in Nürnberg herausgegeben wurde. Sie erschien wöchentlich in hoher Auflage und hatte durch ihre Reichweite einen bedeutenden gesellschaftlichen Einfluss.
Artikel mit Bezug zum Roten Kreuz
Im Stürmer erschienen mehrere Artikel mit einem, ihrem Titel nach, möglichen oder offensichtlichen Bezug zum damaligen Deutschen Roten Kreuz (DRK):
- Nr. 11, Jahrgang 1934: Die der Jude Weyl eine deutsche Schwester schikaniert
- Nr. 28, Jahrgang 1934: Die Schwestern vom Genesungsheim in Rosenheim
- Nr. 41, Jahrgang 1934: Ein Brief der Schwester Luise
- Nr. 39, Jahrgang 1935: Jud Eckstein und die Roten Kreuz Schwestern
- Nr. 14, Jahrgang 1936: Die Judenklageweiber von Mönchsroth von einer Gemeinschaftsschwester Hermann
- Nr. 30, Jahrgang 1936: Dem Volke verloren einer Schwester Wendelina, Darmstadt
- Nr. 50, Jahrgang 1937: Eine ehemalige Krankenschwester schreibt in der Rubrik Wie ich Judengegner wurde
- Nr. 4, Jahrgang 1938: Das Teppichhaus Bursch von einer Schwester M. Schröder, Oranienburg
- Nr. 34, Jahrgang 1940: Schwester Elisabeth von Julius Streicher
- Nr. 7, Jahrgang 1941: Erlebnisse einer deutschen Krankenschwester im Weltkrieg in der Rubrik Erlebnisse
- Nr. 7, Jahrgang 1941: Erlebnisse einer deutschen Krankenschwester im Weltkrieg D. Reinke in der Rubrik Was man dem Stürmer schreibt
- Nr. 41, Jahrgang 1935: Der Brief der Schwester Luise in der Rubrik Ärzte
- Nr. 17, Jahrgang 1938: Schwester Gabriele, Brüssow in der Rubrik Kleine Nachrichten
- Nr. 11, Jahrgang 1941: Jüdisches in Jugoslawien mit dem Roten Kreuz als Urheber oder Quelle
- Nr. 39, Jahrgang 1941: Nun kenne ich die Juden erst richtig einer Hildegard Fischer, die als DRK-Bereitschaftsschwester vorgestellt wurde
- Nr. 48, Jahrgang 1941: Der Massenschlächter der Krim / So hauste der Jude Bela Kun mit einer Oberschwester des Roten-Kreuz-Ausschusses bzw. dem Roten Kreuz als Urheber oder Quelle
Die Aufzählung dürfte nicht vollständig sein.
Fehlende Aufarbeitung
Eine systematische Aufarbeitung der Beteiligung der Personen aus dem damaligen Deutschen Roten Kreuz, die die betreffenden Veröffentlichungen ermöglichten oder unterstützten, hat bisher nicht stattgefunden. Mit ihrer Mitwirkung an menschenverachtender und rassistischer Hetze haben sie einen Beitrag zu den nationalsozialistischen Verbrechen geleistet.
Weitere Informationen
- Artikel Deutsches Rotes Kreuz im Nationalsozialismus
- Artikel Julius Streicher
- Artikel Aufarbeitung
