Ehrenamt

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Allgemeines

Innerhalb des Deutschen Roten Kreuzes wird eine Person als ehrenamtlich (EA oder ea.) tätig bezeichnet, wenn sie für ihren freiwilligen Zeiteinsatz keine finanzielle Gegenleistung erhält, sondern höchstens eine Erstattung der ihr entstandenen Kosten. Diese Erstattung kann auch pauschalisiert sein. Wer für das DRK tätig und nicht ehrenamtlich ist, ist entweder ein hauptamtlicher Mitarbeiter (dazu gehören auch nebenberufliche Mitarbeiter) oder ein externer Mitarbeiter.

Das ehrenamtliche Engagement findet hauptsächlich in einer der fünf Rotkreuz-Gemeinschaften statt, darüber hinaus auch in Arbeitskreisen, Projektgruppen oder Gremien.

Sprachlich werden die ehrenamtlichen Ungebundenen Helfer manchmal als Freiwillige bezeichnet, um sie vom dauerhaften Ehrenamt mit engerer Bindung an die Organisation zu unterscheiden. Der Fachdienst zu ihrer Steuerung im Einsatz ist die Freiwilligenkoordination.

Bedeutung des Ehrenamts

Die Satzung des Bundesverbands stellt die Bedeutung des Ehrenamts im DRK heraus: Nach dem Selbstverständnis des Deutschen Roten Kreuzes kommt der ehrenamtlichen Tätigkeit besondere Bedeutung zu; sie ist auf allen Ebenen zu fördern. Ehrenamtliche und hauptamtliche Arbeit ergänzen sich und dienen im Einklang mit den Grundsätzen des Roten Kreuzes der Verwirklichung des einheitlichen Auftrages - der Hilfe nach dem Maß der Not.[1]

In der Leitlinie Die Menschen im Roten Kreuz heißt es: Wir können unseren Auftrag nur erfüllen, wenn wir Menschen, insbesondere als unentgeltlich tätige Freiwillige, für unsere Aufgaben gewinnen.[2]

Beschluss des Bundesverbands 2016

Die bundesweit verbindliche Definition haben der DRK-Präsidialrat am 15. September 2016 und das DRK-Präsidium des Bundesverbands am 12. Oktober 2016 entschieden:

Ehrenamtliche im DRK sind insbesondere folgende Personengruppen:

  • Freiwillige und ehrenamtlich Tätige, die sich ohne jegliche finanzielle Rückerstattung im DRK engagieren und teilweise sogar ihre eigenen Ressourcen – auch finanzieller Art – mit einbringen und
  • Freiwillige und ehrenamtlich Tätige, die eine direkte Erstattung von Auslagen oder eine angemessene Pauschale erhalten.[3]

Durch die angemessene Pauschale können steuerlich gesehen nebenberuflich für das DRK tätige Übungsleiter innerhalb des DRK weiterhin als ehrenamtliche Mitarbeiter betrachtet werden, wenn sich die Pauschale in der Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten für den ehrenamtlichen Einsatz bewegt. Unter anderem dadurch unterscheidet sich diese Definition unterscheidet sich von einer zwei Jahrzehnte älteren Strategieempfehlung.[4]

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. Deutsches Rotes Kreuz, Satzung des Deutschen Roten Kreuzes e.V. vom 20.03.2009, Geändert durch Beschlussfassung der Ordentlichen Bundesversammlung am 28.11.2014 und der Außerordentlichen Bundesversammlung am 27.02.2015, Berlin 2015, § 4, 2. und 3. Satz).
  2. Deutsches Rotes Kreuz, Leitsatz und Leitbild des Deutschen Roten Kreuzes, Berlin 2016.
  3. Deutsches Rotes Kreuz, Mindeststandards für hauptberufliche Unterstützungsstrukturen für die ehrenamtliche Tätigkeit im DRK und Mindeststandards für die Arbeit mit Ehrenamtlichen im DRK, Berlin 2016, Mindeststandard 23, Seite 4.
  4. Ehrenamtliche im DRK sind Menschen, die sich über ihre gesellschaftlichen und beruflichen Verpflichtungen hinaus besonders hervorheben, indem sie Zeit, Wissen und Können freiwillig und unentgeltlich für humanitäre und soziale Zwecke und Dienstleistungen einbringen, in der Überzeugung, daß ihre Arbeit dem Gemeinwohl und ihrer eigenen Selbstverwirklichung dient. — Deutsches Rotes Kreuz, Ehrenamt im Deutschen Roten Kreuz. Strategische und verbandspolitische Empfehlungen (Langfassung), Berlin 1997, Abschnitt 2, Strategieempfehlung 1.