Familienschriftwechsel

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Allgemeines

Im Falle eines Konflikts kann die Möglichkeit zur Kommunikation zwischen getrennten Familienangehörigen beeinträchtigt sein. Zur Linderung des dadurch entstehenden seelischen Leids wird im IV. Genfer Abkommen der Familienschriftwechsel eingeführt.[1] Dabei handelt es sich um einen für Briefpost, der auf Nachrichten rein privater Natur beschränkt ist. Um die Sicherstellung kümmert sich ein neutraler, nicht am Konflikt beteiligter Staat[2] in Zusammenarbeit mit den Nationalen Gesellschaften.

25-Wörter-Mitteilung

Der Familienschriftwechsel muss immer ermöglicht werden, aber die Konfliktparteien können ihn auf monatliche Telegramme mit bis zu 25 Wörten auf vorgegebenen Formularen beschränken.[3] Eine Umsetzung davon ist die Rotkreuz-Familiennachricht (kurz: Rotkreuz-Nachricht) im A5-Format.[4]

Auftrag in Deutschland

Der Familienschriftwechsel ist eine gesetzliche Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes.[5] Diese Aufgabe gehört nicht zum Amtlichen Auskunftsbüro und fällt deshalb nicht unter die betreffende institutionelle Förderung des Bundesverbands.[6] Sie wird vom hauptamtlichen Bereich des Suchdienstes wahrgenommen.

Einzelnachweise

  1. Genfer Abkommen über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten (IV. Genfer Abkommen), Genf 1949, Artikel 25.
  2. a.a.O., Artikel 140.
  3. Wenn die am Konflikt beteiligten Parteien es für nötig erachten, diese Familienkorrespondenz einzuschränken, können sie höchstens die Anwendung von einheitlichen Formularen vorschreiben, die 25 frei gewählte Wörter enthalten, und den Gebrauch dieser Formulare auf eine einmalige Sendung im Monat begrenzen., a.a.O., Artikel 25.
  4. https://www.drk-suchdienst.de/de/angebote/internationale-suche/rotkreuz-familiennachrichten
  5. Deutscher Bundestag, Gesetz über das Deutsche Rote Kreuz und andere freiwillige Hilfsgesellschaften im Sinne der Genfer Rotkreuz-Abkommen (DRK-Gesetz, DRKG), Berlin 2008, zuletzt geändert 2016, § 2, Abs. 1, Nr. 4.
  6. a.a.O., § 3, Abs. 2.