1. Juni

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Ereignis

Am 1. Juni 1933, noch lange vor der Angleichung der Organisationsstruktur des Deutschen Roten Kreuzes in 1937, verfügte das damalige Präsidium des DRK, dass jüdische Personen weitgehend aus der Organisation auszuschließen sind:

Innerhalb des Deutschen Roten Kreuzes wurden für alle Funktionärsstellen im Roten Kreuz die Bestimmungen über arische Abstammung übernommen. Wo Nichtarier hauptamtlich tätig sind, ist ihnen unter sinngemäßer Anwendung des Beamtengesetzes zum nächsten Termin zu kündigen. In den Sanitätskolonnen und Schwesternschaften dürfen keine Juden, Jüdinnen oder Judenstämmlinge sein. In den Lehrkursen dürfen Juden nicht zugelassen werden. Auf einzelne Mitglieder in den anderen Rotkreuzvereinen finden diese Bestimmungen vorerst keine Anwendung.[1]

Gezeichnet war das Schreiben von Joachim von Winterfeldt-Menkin (1925–1945), der von 1921 bis 1933 Präsident und anschließend Ehrenpräsident des DRK war.[2]

Einzelnachweise

  1. Deutsches Rotes Kreuz, Rundschreiben Nr. 244, Berlin, 1. Juni 1933.
  2. Die höchste Auszeichnung im Landesverband Brandenburg ist 1994 nach ihm bezeichnet worden. — Verenburg Kommunikation GmbH, Verdienstmedaille des Roten Kreuzes, Landesverband Brandenburg („Joachim von Winterfeldt-Menkin-Medaille“), in: Die Orden und Ehrenzeichen unserer Republik, Allershausen, 3. Juli 2013.