Rotkreuz-Gemeinschaften

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Wenn im Deutschen Roten Kreuz von einer Gemeinschaft gesprochen wird, dann ist damit eine Rotkreuz-Gemeinschaft gemeint. Es gibt einheitlich fünf Arten von Rotkreuz-Gemeinschaften.[1] Sie sind wie die Abteilungen in einem Sportverein: Jede Gemeinschaft hat ihre eigenen Aufgaben und einheitliche Regeln, die in Ordnungen festgelegt sind, und ehrenamtliche Mitglieder können sich in einer Gemeinschaft oder auch mehreren Gemeinschaften engagieren.

Eine Gemeinschaft ist ähnlich wie ein Verein organisiert: Es gibt immer eine Leitung, die aus einer oder mehreren Mitgliedern besteht und von einer Versammlung der aktiven Mitglieder gewählt wird. Zur Unterscheidung von der Mitgliedschaft im Ortsverein oder Kreisverband werden die einer Gemeinschaft zuordneten Mitglieder als Angehörige dieser Gemeinschaft bezeichnet. Die Vereine haben also Mitglieder, und die Gemeinschaften haben Angehörige. Die Gemeinschaften sind Teil eines Vereins, in der Regel eines Ortsvereins oder eines Kreisverbands, seltenerweise auch eines Landesverbands. Wer Angehöriger einer Gemeinschaft werden will, muss typischerweise erst die zugehörige Vereinsmitgliedschaft erwerben.

Die operativen Aufgabenbereiche der Gemeinschaften sind die Fachdienste. Kein Fachdienst, jedoch eine Aufgabe aller Gemeinschaften, ist die Verbreitungsarbeit.[2]

Arten von Gemeinschaften

Es gibt fünf Arten von Gemeinschaften im DRK.

Gemeinschaft Abkürzung Helfer Logo
Bereitschaft BER 160.000 Nein (außer Bayern)
Bergwacht BW 12.000 Ja (Sonderlogo)
Jugendrotkreuz JRK 140.000 Ja (Sonderlogo)
Wasserwacht WW 140.000 Ja (Sonderlogo)
Wohlfahrts- und Sozialarbeit WuS 20.000 Nein

Die genannten Abkürzungen sind nicht offiziell, sondern mehr (JRK, WW, WuS) oder weniger (BER, BW) gängig.

Besonderheiten in Landesverbänden

Westfalen-Lippe

In Landesverband Westfalen-Lippe sind die Bereitschaften, die Bergwacht, die Wasserwacht und die Wohlfahrt- und Sozialarbeit in einer dort so genannten Rotkreuzgemeinschaft zusammengefasst.[3] Das Jugendrotkreuz ist davon ausgenommen und bleibt auch in Westfalen-Lippe eine eigenständige Gemeinschaft. Für die in der westfälisch-lippeschen Rotkreuzgemeinschaft zusammengefassten Gemeinschaften gelten die Ordnungen und weiteren Regelungen der jeweiligen Gemeinschaften, die auf Bundesebene beschlossen wurden.

Bayern

In Bayern sind durch Satzung die Marienvereine auch Gemeinschaften. Es gibt sie nur noch im Kreisverband Coburg. Sie sind nicht mit gleichnamigen christlichen Organisationen zu verwechseln: Der Marienverein Würzburg e.V. gehört nicht zum Roten Kreuz.

Ausschließlich im Bayerischen Roten Kreuz führen die Bereitschaften ein Sonderlogo. Ansonsten nutzen Bereitschaften die Standardlogos.

Einzelnachweise

  1. Satzung des Deutschen Roten Kreuzes e.V. (Bundesverband) vom 20.03.2009, § 4, Abs. 3.
  2. Die in den Gemeinschaften Tätigen [...] verbreiten das Humanitäre Völkerrecht. – Deutsches Rotes Kreuz, Gemeinsame einheitliche Regelungen für die ehrenamtliche Tätigkeit im DRK, undatierte Fassung ohne Ort, § 1.2.
  3. Ordnung der Rotkreuzgemeinschaften (außer Jugendrotkreuz) im Bereich des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, Stand 6. November 2004, Abschnitt 0 (Vorbemerkung).