Hauptberufliche Unterstützungsstrukturen

Aus Roter Kreis - Enzyklopädie des Rotkreuz-Wissens

Allgemeines

Als hauptberufliche Unterstützungsstrukturen (HUS, Verwendung nur im Plural) werden im Deutschen Roten Kreuz hauptamtliche Funktionen bezeichnet, die das Ehrenamt vor allem in den Bereichen unterstützen, die auf ein bestimmtes Aufgabenfeld (z.B. einen Fachdienst) bezogen sind. Das betrifft sowohl das eher auf Dauer ausgelegte Ehrenamt in den Gemeinschaften als auch ungebundene Helfer. HUS ist ein Oberbegriff, der im Alltag wenig gebräuchlich ist. Er wurde geschaffen, um Funktionen wie vor allem Servicestelle Ehrenamt und Ehrenamtskoordinator[1] zusammenfassend beschreiben zu können, die es Mitte der 2010er Jahre in der Hälfte der Kreisverbände gab[2].

Tätigkeitsbereiche

Die hauptamtlichen Unterstützungsstrukturen entlasten ehrenamtliche Leitungskräfte bei folgenden Aufgaben:[3]

  • Gremienarbeit: Fristgerechte Einladung von Versammlungen und Ausschüssen, Protokollierung und Nachhaltung von Beschlüssen;
  • Personalmanagement: Werbung neuer ehrenamtlicher Helfer, Erstgespräche, Vermittlung an ehrenamtliche Ansprechpartner in der Organisation, Pflege von Mitgliedsakten (DRK-Server), Ehrungswesen;
  • Verwaltung: Aktenführung, Datenpflege, Postbearbeitung, Schnittstelle zu Buchhaltung, Fahrzeugverwaltung u.a. hauptamtlichen Bereichen;
  • Fachberatung: Fachliche Unterstützung soweit Fachwissen zu z.B. Fachdiensten vorhanden ist;
  • Kommunikation: Interne Kommunikation wie z.B. Rundschreiben an ehrenamtliche Helfer, externe Kommunikation wie z.B. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit;
  • Organisationsentwicklung: Verbesserung der Abläufe, Aufbau neuer ehrenamtlicher Gruppen.

Mindeststandards

In 2016 beschloss der Bundesverband Verbindliche Mindeststandards für hauptberufliche Unterstützungsstrukturen für das Ehrenamt in den DRK-Gliederungen. Dabei handelt es sich um fünf einfache Regeln:[4]

  1. Die Aufgaben einer HUS werden gemeinsam von der hauptamtlichen Geschäftsstelle (Kreisgeschäftsstelle für Kreisverbände) und den ehrenamtlichen Leitungen festgelegt. Das Einverständnis des Ehrenamts muss vorliegen.
  2. Die Aufgaben und Zuständigkeiten einer HUS sind dokumentiert und bewegen sich im oben (Abschnitt Tätigkeitsbereiche) geschilderten Rahmen.
  3. Es gibt eine gewünschte Mindestqualifikation, und die Leitung der Organisationseinheit hat wenigstens eine Halbtagsstelle. Ob es eine oder mehrere Mitarbeiter gibt, ist nicht festgelegt.
  4. Die HUS organisiert sich so, dass sie für Ehrenamtliche erreichbar ist. Das bedeutet vor allem regelmäßige Arbeitszeiten an Abenden und Wochenenden.
  5. Wenigstens nach immer drei Jahren wird die Zufriedenheit der ehrenamtlichen Leitungskräfte mit der HUS strukturiert abgefragt.

Komplementär zu diesen Regeln sind die zeitgleich beschlossenen 22 Verbindliche[n] Mindeststandards für die Arbeit mit Ehrenamtlichen im DRK.[5]

Einzelnachweise

  1. Deutsches Rotes Kreuz, Wegweiser Ehrenamtskoordination. Ein Handbuch für die Praxis, 1. Auflage, Berlin 2013.
  2. Nach 18 Jahren sind in ca. 50% aller Kreisverbände hauptberufliche Unterstützungsstrukturen entstanden [...]. — Deutsches Rotes Kreuz, Mindeststandards für hauptberufliche Unterstützungsstrukturen für die ehrenamtliche Tätigkeit im DRK und Mindeststandards für die Arbeit mit Ehrenamtlichen im DRK, Berlin 2016, Vorwort.
  3. a.a.O., Seite 2.
  4. a.a.O.
  5. a.a.O., Seiten 2–4.